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fahrung iſt freilich der Grund unſeres Wiſſens, und die Norm alles unſeres Urtheils; wir verſtehen ja nur, was wir leſen oder hoͤren oder abgebildet ſehen
moͤgen, dadurch, daß wir den Worten
und Bildern unſere aͤußern und innern Erfahrungen unterlegen; und die Urtheile Anderer leuchten uns nur ein, ſo fern ſie mit unſern intuitiven Urtheilen ſtimmen, oder ſofern wir uns an die Stelle An—⸗ derer geſetzt finden, daß wir ſie auch faͤl⸗ len muͤßten. Aber unſere eigne Erfah⸗ rung iſt doch aͤußerſt begraͤnzt, verglichen mit dem Aggregat der Erfahrungen An⸗ derer,— indem wir nur wenige Sa— chen, und an dieſen nur wenig ſelbſt un— mittelbar, erfahren. Geſchichte alſo be— reichert uns mit Stoff aller Art von Kenntniſſen, und beſonders der intereſſan⸗ teſten, naͤmlich der Menſchenkenntniß. Die Kenntniß der Geneſis aller menſchli— chen Einrichtungen und Hervorbringun— gen, ſie moͤgen ſich auf ſie einzeln, oder auf mannichfaltige Geſellſchaften, beziehen, und von Koͤrper⸗ und Geiſteskraͤften her⸗ ruͤhren, giebt die einzig wahre, und zur Beurtheilung ſowohl, als zur Vervoll— kommnung dienſame, Einſicht in dasjenige,


