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1) beobachtet und erfahren haben, ſo daß man durch ſie gleichſam mit allen Voͤlkern und Zeiten lebt;
2) was ſie gedacht, entdeckt und er⸗ funden haben, ſo daß man, da ſich das Menſchengeſchlecht hienieden in allem ſelbſt rathen und helfen muß, die Weis⸗ heit und Fehler der Vorgaͤnger benutzen kann. Dieſen ſubjektiven Nutzen ſprach Rouſſeau, alles Ernſtes, den geſammten Wiſſenſchaften ab. Weit gluͤcklicher und beſſer wuͤrde nach ihm der Naturmenſch in Waͤldern und Einſiedeleien ſeyn. Sicht⸗ barlich ſchwebte ihm, indem er uns den Zoͤgling der Natur, der nichts von Wiſ— ſenſchaften weiß, ſchildern wollte, das Bild des durch Wiſſenſchaften verfeiner⸗ ten, durch Kunſt und Fleiß geuͤbten, zur Erkenntniß des Wahren, zur Beurthei⸗ lung des Schoͤnen, zur Realiſirung des Guten gewoͤhnten Menſchen, immer vor Augen, und lag allen ſeinen Schilderun⸗ gen zum Grunde. Wenn er nun dieſen, nach allen ſeinen Kraͤften und Faͤhigkeiten ausgebildeten Menſchen, in den Schooß der Natur verſetzt, ihn im Nimbus der reizenden Unſchuld, der urſpruͤnglichen Reinheit der Sitten, der edlen Denkungs⸗
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