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ſtand zuruͤckgewieſen werden duͤrfen. Was kann z. B. leerer ſeyn, als Beſchreibun⸗ gen von Aufzuͤgen, Hoffeierlichkeiten, Moden ꝛc.! Und doch kann ſelbſt die Kenntniß davon Aufſchluͤſſe geben uͤber den Geſchmack der Nationen, ihre groͤßere oder geringere Empfaͤnglichkeit fuͤr Pracht und Etikette, ihr ſtaͤrkeres oder ſchwaͤche⸗ res Halten am Herkommen, ihre unver⸗ aͤnderliche Steifigkeit, ihre leichte Ge⸗ ſchmeidigkeit, und die Vorſtellungen davon leiten, berichtigen, beſtaͤtigen. Wer wird nicht froh ſeyn, daß der Aberglaube, und die Hirngeſpinſte des barbariſchen Mittel⸗ alters immer mehr und mehr vergeſſen werden! Aber eine hiſtoriſche Kenntniß dieſer traurigen Verirrungen der menſch⸗
lichen Vernunft kann lehrreich fuͤr uns
werden, und bleibt immer, als ein wich— tiges Dokument zur Geſchichte der Menſch⸗ heit, denkwuͤrdig. Alles, was erkannt werden kann, verdient erwogen zu wer⸗ deu. Weiſen wir es veraͤchtlich ab, ſo duͤrfen wir leicht in den Fall kommen, auch manches andre als unentbehrlich an— zuſehn, und bornirt in unſern Einſich⸗ ten, rhapſodiſtiſch in unſern Kennt⸗ niſſen zu bleiben.
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