Teil eines Werkes 
4 (1804) Wirthschafts-Erfahrungen in den Guetern Gusow und Platkow. 4
Entstehung
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Ein Pächter, ungewiß, ob er lange genug die Pacht behält, um der Vortheile ſelbſt zu genießen, wird ſim darauf nicht einlaſſen. Lange Pactzeit tritt der eignen Bewirthſchaftung am nächſten, und verdient in ſo weit einigen Vor- zug. Sie hat dagegen den oFenbaren großen Nachtheil, daß es dem Ver- pächter den Beſiß ſeines Guts und die Möglichkeit, die bei der. Verpachtung begangenen Fehler, ſey es in einem zu niedrigen Anſchlage oder in den bewil- ligten Bedingungen, zu verbeſſern, auf lange Zeit raubt. Einführung der Futter-Kräuter, Veredlung der Vieh-Racen und mehrere dergleichen Verbeſ- ſerungen/ die ſtarke Auslagen erfordern, kann der Pächter weniger ausführen als der in der Regel reichere Gutsbeſiker. An Verſuche und offene Darle- gung der Reſultate(ſ. 1. Th. Vorrede) iſt bei Verpachtungen, aus der dort angeführten Urſa&s, nicht zu denken, Wie viel Vortheile muß alſo die Wiſ- ſenſ<haft entbehren!

Das Jnutereſſe der Unterthanen kann dem Pächter nie ſo nahe angehen, als dem Gutsbeſißer, dem ſie von der Vorſehung, gegen Gewährung ſo wich- tiger Vortheile, anvertrauet find. Es iſt eine edle Pflicht, deren Erfüllung freilih mit manchen Aufopferungen und ſchwer zu überwindenden Scwierig- feiten verbunden iſt; das ſüße Gefühl aber, dieſen Zwe> erreicht und ſeiner großen Beſtimmung gemäß gelegt zu haben, iſt dafür gewiß ein ſehr reihli- <her Erſaß. Wie könnte man ſeine Zeit edler anwenden, vergnügter und zu- friedener zubringen!

Ende des vierten Theiles.

Vierter Theil. R