128 geriſchen Verwalter ſetze im, nach den hieſigen Geſeßen, in eben dem Augen- blif wo er überführt iſt, ohne weitere Umſtände außer Dienſt.
ad 7. habe ich bereits 4. Th. S. 56 widerlegt. Eine zu ängſtlime Aufſicht, zumal wenn ſie nicht wit ſehr viel praktiſchen Kenntniſſen verbunden iſt, ſcha- det mehr als ſie hilft.
ad 8. Eigennug iſt freilich) die Triebfeder unſrer Handlungen, und eigner Vortheil der Zweck, den wir uns dabei vorſcken. So weit iſt das menſchliche Geſchlecht aber noFH nicht geſunfen, daß der gewöhnlich) darunter verſtandene nie- drige Eigennuß, welcher keinen andern Bewegungs8grund als Geld- Erwerb kennt, der einzige Ankrieb zur Anſtrengung unſerer Kräfte ſey. Einen Wirth- ſchafter, der auf die 5. 10. geſchilderte Weiſe gewählt und behandelt wird, treibt Ehrliebe, Dankbarkeit und die Beſorgniß den Dienſt, worin er ſich glück- lim findet, zu verlieren und der Schande Preis gegeben zu werden, eben ſo ſtark als Geldgeiz den Pächter, zur Erfüllung ſeiner Pfliht an. Die Erfah- rung lchrt, daß man im Allgemeinen mehr gute Wirthſchaften bei eigner Ad-
'miniſtration, als bei Pächtern findet» ihre Lage und die Feſſeln, womit ſie
ungeben ſind, erlauben es ihnen niht bei dem beſten Willen. Ganze Pro- vinzen, wie z. B. Scleſien, wo das Verpachten ſelten iſt, beſtätigen dieſes. Die wenigen einzelnen Fälle, wo durc< die 4. Th. S. 55 beſchriebene fehler- hafte Behandlung die Verpachtung nothwendig wurde und auch mehr brac- te, ſind glücklicherweiſe nur Ausnahmen der Regel.
Ein Haupk-Hinderniß zum rhätigen Betriebe der Wirthſchaft bei dem Ver- pachten, iſt das getheilte Intereſſe. Kann bei eigner Bewirthſchaftung ein
neues Gebäude reellen Vortheil bringen, ſo ſteht der Gutsbeſizer nicht einen
Augenblick an, die Koſten dazu herzugeben. Ganz anders iſt der Fall, wenn der Pächter den Gewinn allein ziehet> nur ſelten entſchließt ſim dieſer zu ei- ker verhältnißmäßigen Erhöhung. der Pacht. Dem Verpächter iſt es aber nicht zu verdenken, wenn er Koſten ſcheuet, die ihm keinen Vortheil bringen. Verpachtung iſt das Grab aller Verbeſſerungen, dieſe erfordern Auslagen, welche die Zinſen zwar reichlic<, aber erſt in einer Folge von Jahren fragen.


