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will daraus beweiſen, daß milchende Kuͤhe mehr Vortheil als Schweine brin⸗ gen. Da er aber nicht angiebt, wie viel Getreide er in der Zeit abgebrannt, und wie viel vom Spuͤlicht das Rindvieh und die Schweine erhalten haben, ſo iſt die Erfahrung nicht vollſtaͤndig genug, um daraus richtige Schluͤſſe zu ziehen. S. 811 ſagt er ferner, daß, wenn man eaͤglich 12 Nordhaͤuſer Schef⸗ fel(10 Berliner Scheffel) abbrennet, man jaͤhrlich bis 250 Stuͤck Schweine maͤſten, die, à 3 Rtl. Gewinnſt, 750 Rtl. braͤchten; alſo taͤglich etwas uͤber 2 Rtl. und p. Nordhaͤuſer Scheffel 4 Gr.(p. Berl. Scheffel 4 Gr. 9 Pf.), und p. Wiſpel 4 Rthlr. 18 Gr. Es iſt zu bedauern, daß Herr Neuenhahn ſtatt der vielen Theorie, die er ſo muͤhſam aus andern Schriftſtellern zuſam— men ſucht, nicht lieber ſeine eignen Erfahrungen, freilich mit mehr Vollſtaͤn⸗ digkeit als S. 683 geſchehen, dem Publikum vorlegt; dieſes wuͤrde gewiß ſehr lehrreich ſeyn.
Weiß rechnet in ſeiner Anweiſung zum Frucht⸗Branntweinbrennen, 8vO Leipzig 1801 2. Th. S. 387, daß auf 1 Himten(½ Berliner Scheffel) taͤg⸗ lichen Brenneſatzes 2 mittelmaͤßige Kuͤhe gemaͤſtet werden koͤnnen, deren jede an Futtergeld woͤchentlich 18 Mariengroſchen(12 Gr. Preuß. Cour.) und jaͤhr⸗ lich 26 Rthlr. braͤchten. Bei dem dortigen Brenneſatz von 14 Himten und 310 Braͤnden jaͤhrlich, koͤnnten 28 Kuͤhe gemaͤſtet werden, die nach Abzug ei⸗
ner Frei⸗Kuh fuͤr die drei Brennleute Rthl. Gr. Pf. jaͤhrlich bringen 202—— hierzu den Miſt von 28 Kuͤhen à 2 Rtl. 1 56——
758——
betraͤgt poo Brand. 2 10 3
—— Himten 3.— 4 1
—— Wiſpel beinahe. 2——
Weit intereſſanter waͤre es geweſen, wenn es Herrn Weiß gefallen haͤtte, durch eine mehrjaͤhrige Balance aus den Rechnungen der großen Lauenhagen⸗ ſchen Brennerei den Ertrag der Maͤſtung aus eigner Erfahrung, ſtatt dieſer loßen Theorie, nachzuweiſen.
vierter Theil. N


