Teil eines Werkes 
3 (1803) Wirthschafts-Erfahrungen in den Guetern Gusow und Platkow. 3
Entstehung
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Es koſtet der Arbeitstag eines Ochſen- Geſpannes alſo nach Seite 120 14 Gr. weniger als der eines Pferde- Geſpannes, das Hart-Futter bekömmt; dagegen 2 Gr. mehr als der eines Kaff-Geſpannes.

Die Frage: Ob es vortheilhafter Pferde oder Ochſen zu halten? iſt eine von den beſtrittenſten, über welche ſim die Wirthe noh bis jetzt nicht vereini- gen können.-

Mirabeau im ami des hommes S. gr nennt die Betreibung der Wirth- ſchaft mit Pferden grande culture, und die mit Ochſen im Gegenſatz petite cuiture, Ex giebt den erſtern den Vorzug und behauptet, daß ein mit zwei Pferden beſpannter Pflug ſo viel Arbeit verrichtet, als drei Ochſen- Pflüge.

Arthur Young widerlegt dieſes und führt in ſeinen ſe&smonathlichen Rei- ſen 4. Th. S. 370 Beiſpiele an, wo drei Ochſen ſo viel als 4 bis 5 Pferde verrichten.

Die Vertheidiger der Ochſen behaupten:

1. daß ein Ochſe im Einkauf viel wohlfeiler als ein Pferd ſey

2. der Ochſe, wenn er alt wird, geſchlachtet werden könne, alſo ſeinen Werrh behielte; das Pferd dagegen den ſeinigen ganz verliere;

3. der Staat alſo dur< Verminderung des Fleiſches litte;

4. die Futterung des Ochſen weit wohlfeiler als die des Pferdes ſei;

5. der O<ſe bei ſeinem geringen Futter eben die Arbeit als das Pferd bei ſeinem beſſern verrichtez;.

6. ſei der Ochſen-Miſt dem Pferde-Miſt weit vorzuziehen. I< muß dagegen bemerken:

ad 1. Daß die Anſ<aſſungs- Koſten eines Pferde-Geſpannes waren nach

Seite 120. SEED: 2340 Rt1::22- Gr). 5: Pf. eines Ochſen- Geſganuts Ham Spire-20 2e-< BPi. lettfere weniger DE SRE 2 5==

welches über 50 p.- ce. beträgt. Da aber deſſenungeachtet ver

Arbeitstag eines Pferde- Geſpannes(ſ. oben), wenn es keine Körner

erhält, doh wohlfeiter iſt als der eines Ochſen- Geſpannes, ſo fällt dieſer Dritter Theil. Q