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335 Streitfrage. Salben befördern bey Pferden den Wiederwuchs der Haare auf friſchen Narben, und Pommaden den Wachsthum der Haare bey Menſchen. Es iſt daher nicht unwahrſcheinlich, daß Salben auch auf den Wachsthum der Wolle einige Wirkung haben können. Mein einziger Zweifel iſt, ob die Vortheile die Koſten bezah- len, und dieſes iſt ſchwer zu entſcheiden. Die Räude iſt hier nicht weniger als in andern Ge- genden. Mir iſt es wahrſcheinlich, daß, ſo all- gemein dieſe Gewohnheit ißo iſt, ſie ſich mit der Zeit doch verlieren wird. Deſſen unge- achtet will ich hier e:ne Beſchreibung dieſes Ver- fahrens geben, nicht um deſſen Fortdauer zu be- wirken, ſondern um das Andenken einer Gewohn:- heit beyzubehalten, die jeßt Tauſenden von Mens- ſchen einige Wochen lang jährlich eine kalte und ſc<hmußige Arbeit giebt.
Die Salbe beſteht aus 8 Pf. Butter von der aten, 3ten oder 4ten Sorte, und einem Gallon (375 Berl. 9.) Theer. So bald die Butter ge- ſchmolzen iſt, wird alles in einen Kübel oder ein an- deres Gefäß gethan, mit einem langen hölzernen Spätel eine Zeitlang umgerührt und ſtark geſchüttelt, damit ſich Theer und Butter innig vereinigen. Das richtigſte Kennzeichen, daß es genug umgerührt ſey, iſt wenn die Butter ihre Dichtigkeit wieder:erhalten


