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überhaupt bemerfen'muß, daß das ſch'eh- teſte Heu, wenn es in Feimen oder Mie- then im Freyen eine Zeit lang aufbewahrt worden, eben ſo gern, als das gute, unter
DOvodach in Scheunen und Ställen gehalte»-
ne, Heu, vom Vieh gefreſſen werde, Benzoe, Benzoin, ein harzich-
fes gelbes Gummi von angenehmen und
ſtarkem Geruche, welches vornehmlich aus Indien zu uns gebracht, und zu Parfums gebraucht wird. Der Baum, welcher ſelbigen giebt, wird vom Linne zu dem Lorbeergeſchlechte gezählt, und von ihm Laurus Benzoin genannt, Die beſte Sox- te von dieſem Gummi muß klar und durch» ſichtig, röthlich und voll weißer Flecken ſeyn, und wie zerbrochene Mandeln aus- ſehen 3; die zweyte Sorte kömmt in Kuchen und großen Stücken. Die in den. Apothe- ken zubereiteten Denzoesbluymen werden wider Huſten, ſchweren Athem, Schwind: ſucht und Steckflüſſe gelobt; das Gummi davon kömmt unter das Räucherpulver, Räucherkerzen, Seifenkugeln, Hauptſäck«» lein, und die daraus gezogene Denz0e- tinctar bringt als ein gutes Schmink-
Bepflaſterir
waſſer alle Unreinigfeiten im Geſichte wes. Dieſe Tinktur mit Baumwolle auf die ſchmerzhaften Zähne gelegt, ſoll auch die Zahnſchmerzen. vertreiben 3; desgleichen miſcht man Benzoe, des guten Geruchs wegen, unter den Haarpuder, zumal da er überhaupt wider Flüſſe dienlich ſeyn ſoll,
Bepflaſtern, Die alten Fahnen- ſc<hmiede und Thierärzte pflegten, wie es jeßt noch die Grobſchmiede auf dem Lande thun, faſt bey jeder äußerlichen Krankheit, als bey dem Hinkfen, Schlag, Stoß u.ſ.f. die verleßten Theile mit einem ſtark klehen- dem Pflaſter zu belec+'1. Beſonders war es eine Gewohnheit bey ihnen, daß ſie ſehr große Pech- oder warm gemachte Harzpfla-
ſter auf die Hüften der Pferde, wenn ſie,
hinften, legten; das Hinken mochte her- kommen ,, wovon es wollte, Es iſt aber ein eben ſo ſchädliches als unnüßes Ver- fahren, weil dadnr< das Thier einen ſchänd= lichen. Fle> bekömmt, Haar und Hauk verliert, und dennoch nicht von der Krank- heit, die faſt allemal ihren Siß in den untern Theilen des Fußes hat, befreyet wird. 4
Seite 297: Spalte 2, Zeile 3. muß es Bahnhobel ſtatt Bohnhobel heißen.


