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lenſtein, Spießglasbutter, Pottaſche, Vc 0a
Beißen, heißt bey den Holzarbeitern,*
dem Holze, mittelſt einer Beize, eine be- liebige Farbe geben. So beißt der Büch- ſenſchäfter die Gewehrſchäfte auf verſchiede- ne Art. Soll z. B. der Schaft braun werden, und derſelbe iſt von Büchenholz, ſo beſtreiche man ihn mit Scheidewaſſer, und hält ihn ſo lange über Kohlenſeuer, bis ſich die braune Farbe zeigt. Wermiſcht man das Scheidtewaſſer mit etwas äloe, ſo befömn.t der Schaft eine braunrothe Farbez dunfelbraun oder ſchwarz erhält man ihn, wenn das Scheidewaſſer mit Eiſen- oder Stahlfeilſpänen gedämpft wird. Je mehr Feilſpäne in das Scheidewaſſer geſchüttet werden, und je länger man den Schaft über die Gluth hält, deſto dunkler und ſchwärzer wird das Holz. Da aber das Beizen den ſchon geglätteten Schaft wie- der rauß macht, ſo wird ſolcher mit Baum- ol beſtrichen, und wenn ſich dieſes bey der Wärme eingezogen, fo reibt man ihn erſt
mit Schachtelhalm, und zuleßt mit pulve--
viſirtem Bimsſtein ab. So beizt der Tiſchler auch mancherley Holz, und giebt demſelben verſchiedene Farben, um ſolches zur eingelegten Arbeit zu gebrauchen.
- Beiken, Salzleen, Sulzen, werden bey der Jägerey zur Anlo&ung der wilden Thiere angefertiget. Es wird im May auf einen Plas im Walde Lehm ge- fahren, dieſer mit Salz vermiſcht und in ein Gefäß geſchüttet. Hiernach ſehnet ſich nicht nur das Rothwild, ſondern auch die wilden Tauben,
Beigen, Beiſſen, Baizen,
- Baiſſen, Franz. voler., heißt mit allerhand abgerichteten Falfen, Raub- und“
Stoßvögeln, auf vorherbeſchriebene Art,
Beißvögel
Haſen, Raiger, Enten, Rebhühner, und andere fleinere Vögel, fangen.
Beiß- Baiß- oder Baizhunde, ſind eine Art von Hunden, welche als Stöber auf der Beize gebraucht werden, und ſind den Hühner- oder Wachtelhunden in allem gleich, nur daß ſie auf der Beize nicht vorſtehen dürfen, und nicht weit vor- anlaufen, noch hin- und wiederſtreichen, ſondern ſich in ihrem Suchen nabe bey dem
-.
Falkenier halten müſſen. Beitzvögel, heißen diejenigen, wel-
<he zur Beize gebraucht werden. Die be-
ſien Vögel, welche man hierzu gebrauchen kann, ſind: der Geierfalk, der Groß- oder Sacerfalk, der Schweimer, Blaufuß, Sperber, und Habicht, Ueberhaupt aber bedient man ſich des Falfens und Habichts am ſicherſten und gewöhnlichſtern. Die Art und Weiſe, wie man die Vögel ab- richtet, iſt ſehr angenehm. Man richtet entweder Neſjilinge oder Wildfänge ab. Lrieſftlintge ſind diejenigen, welche man aus dem Meſte nimmt, ehe ſie nech jemals ausgeflogen; Wildfänge aber, die, ehe
man ſie gefangen, nach Belieben herums-,
geflogen ſind. Mix dieſen hat man meh- rere Mühe, ſie abzurichten und zahm zu machen 3 allein mit Geduld und Geſchick- lichfeit werden ſie geſchickt, und gut zu ge= brauchen. Sind ſie gar zu wild, ſo läßt man ſie Hunger leidenz man läßt ſie 3. bis 4 Tage nicht ſchlafen, und bleibt bee ſtändig um ſie. Auf dieſe Weiſe gewöh- nen ſie ſich an den Falkfenjäger, und thun endlich alles, was er will. Seine vor nehmſte Sorge iſt, daß ſie beherzt auf. der Fauſt ſtehen 3 ſteigen oder fliegen, wenn er ſie wirft oder losläßtz. auf den Vorlaß oder zum Federſpiel zu fliegen, und auf die Hand zu kommen, wenn er ſie ludert oder
ruft.


