Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
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aber, wenn die Thiere gegen die Pfoſten der Thüren und Thorwege ſtark anlaufen. Iſt der Bruch an dem obern Winkel des Darmbeins, 2 oder 3 Zoll von ſeinem Rande, ſo hat er wenig zu bedeuten, die Heilung erfolget von ſelbſt, ohne Hülfe des Thierarztes. Doch muß man der Erczün- dung und Geſchwulſt durch erforderliche Mittel Einhalt thun, ob ſchon die Thiere ſelten die rechte natürliche Geſtalt ihres Knochens wieder bekommen, und daher einbüfritg genannt werden, Sinb es ein- hüftige Pferde nun, ſo ſind fie nicht mehr als Reit- und Kutſchpferde verkäuflich z man giebt ſie unter dem haiben Preiſe zu gemeinen oder Karrenpferden weg. Sind aber ſchöne Beſchäler und Zuchtſtuten ein- huftig geworden, ſo kann man ſie zu ihrem Zwe gar wohl beybehalten, weil der Feh- ler nicht forterbt. Mit den Kühen iſt es eben ſo, und Ochſen, weil ſie nicht zum Geſchwindegehen gebraucht werden, ver- richten ihre Arbeit recht gut und lange, nachdem ſie einhuüftig geworden ſind, und man verliert in ihrem Alter nichts im Ver- kaufe an die Schlächter oder Viehmäſter.

Geſchieht der Bruch des Hüftbeins aber in dem untern Winkel, ſo heilt dieſex äußerſt ſchwer, die meiſten Male gar nicht, weil die Entzündung und die Ge- ſchwulſt hefti3 ſteigt, und der Brand als- bald nachfolgt. PWBeſteht der Bruch des Darm- odey Huftbeins aber blos in einer Spalte, ſo iſt er nicht mit Gewißheit zu erfennen.

Der Zruch) des FScſſelbeins iſt, ob ſich ſchon das Thier, wenn man es nicht in die Sindſche Maſchine bringen will, darauf anſtämmt, dennoch heilbar, und bey Füllen und andern jungen Thieren ſehr leicht, ſeibſt bey denen, die ſich felbſt über- laſſen ſind, Eine gute Einrichtung ves

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Knochens, gute Befeſtigung der Schienen und Binden, und erforderliche gute Be» handlung überhaupt, bewirkt bald wieder eine glüfliche Herſtellung des Thieres,

Den Bruch der Rnochen der Hirnſch ale erkennt man an der Schläf- rigfeit der Thiere, an dem tauymelnden Gange, an der Abnahme der Musfkelkräſte, an ſchwerem Athemholen, an den Zuckun- gen, und wenn zu gleicher Zeit die zerbro- <enen Knochen ſelbſt bey der Unterſuchung durch das Gefühl der Finger entdeckt wer- den. Kann man dieſes aber nicht, ſo muß man deshalb, um ſich von der Gegen» wart des Bruches genau zu überzeugen, ſo» gleich die Decken des Kopfes von der ver- leßten Stelle abnehmen, die Beinhaut ab» ſchaben, und vorſichtig unterſuchen, ob nicht irgendwo eine mit Blut gefärbte Stele le oder ein Riß ſichtbar iſt.

Es iſt aber überhaupt gewagt, die Verleßungen oder Brüche der Hirnſchale zu heilen, wein man nicht einen erfahrnen Thierarzt zur Hand haben kann. Trifft dieſes Schickfal Rind- oder Schaafvieh, oder andre eßbare Hausthiere, ſo laſſe man ſie nur gleich für die Küche abſchlachten, ehe ein längeres Weilen die Wunde gefähr« licher und das Fleiſch der Thiere ekelhaft

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machen fann.

Der Bruch des Hinterhauptbeins kömmt ſelten vor, iſt aber dem ohnerachtet heilbar. Hr, D. Frenzel hat die Erfah- rung bey einem kollerichten Pferde gemacht, welches ſich dieſen Knochen mit Anſtoßen an eine Rauer ganz zrſchmettert hatte, Es erfolgte darauf eine ſtarke Eiterung, aber auch ſowebl die Heilung des Knochens, als auch des Kolleys, und fein Thierarzt leiſtete dieſem Thiere Hrilfe,

Der Druch des Htfbeins iſt eben ſo ſchwer als die übrigen zu erfennsn, und 4X5 3 Mon

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