Teil eines Werkes 
1 (1795) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 1
Entstehung
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Ablaß

Wieſenbeſißern großer Nachtheil zugezogen wird, Sehen dieſe, wenn ſie beſonders in der Nähe dex Mühle wohnen, den Müllern zwar wohl auf die Finger, ſp hintergehen die Mühlenknappen doch zuweilen die Wach- (amteit der Dorfbewohner, wenn ſie zur Nachtzeit des Sommers zuſchüßen, am Tage. aber wieder aufſchüßen, Kömmt nun unverſehens ein Gewitterregen in dex Nähe oder Ferne, daß das Oberwaſſer da- von bald aufſchwellen muß, ſo tritt das Waſſer auf die Wieſzu 3 und falls ſelbige Feinen Abhang Haben, ſv bleibt das Waſſer darauf ſtehen, und macht in heißen Tagen das ODbergras an den Untertheilen ſchwarz, modericht, faul und ungeſund, das Unter- gras abex, oder das kleinero, unter den langern Gräſern ſtehende, Gras, welches auf vielen Wieſen das feinere und beſi? Fut ter ausmacht, muß von ſolchem Waſſer in kurzer Zeit ganz und gar abſterben,

SHIblaß, nennt man auch den niedrige ſen Ort in einem Deiche oder Fluſſe, wo- hin das Waſſer aus allen anliegenden Dex» tern zuſammenfließt, und wo jolches als- denn, vermittelſt einer durch den Damm gelegten eichenen Rinne, und eines darauf geſeßien Schlägels, Zapfens odex andern Ständers, nach Gefallen abgelaſſen wer- den kann, In großen Deichen, welche von Regen oder hohen Bergen ſtarf zulau- fendes Waſſer haben, haf man entweder mehrere oder außerordentlich große Abläſſe mit gemauerfen Durc<gängen, welche mit ſtarfen Vorſaßgattern und Schußbrettern verſehen ſind, wodurc) man es verhindert, daß dergleichen Deiche nicht ausreißen, und die nächſtgelegenen Gürer überſc< we men.

Ablaſſen?, heißt, wenn man zur Zeit des Fiſchens aus einem Deiche oder Wei:

Ablaſſung 35

Ger, ben Schlägel, Zapfen oder das Vors ſeßbrett eines Ständers ziehet, und hie» dur< das Waſſer ablaufen läßt, um die Fiſche deſto beſſer zu bekommen, Das Ab- laſjen des Woſſers muß. allmählich und tricht zu ſchnell! geſcheben, damit die Fiſche nicht damit fortgeriſſen werden, ſondern ſich dem Waſſer in die Tiefe nachziehen,* und ſich daſelbſt verſammeln, da ſie dena mit leichter Mühe ausgefiſcht werde fönnen,

(Es wird dieſes Wort auc; pom Biex und Wein gebraucht, da es ſo viel als ab- ziehen heißt; davon f. Bier und Wein, Endlich ijt auch bey den Holländereyen odex Kuhmelkereyen das Ablaſſen dasjenige Verfahren, wenn die Zapfen an den Milch- ſtänder oder andern Gefäßen gezogen wer- den, daß die unter der Sahne oder dem Rahm ſtehende Mich allmählig ablaufen, und fodann jene Herausgenommen, geſam melt und zum Ausbuttern gebracht werdet könne, Wird die abgeloſſene Sahne in ein eigenes Gefuß geſammelt, ſo iſt es gut, wenn auch dieſes auf vorbeſchriebene Art ebenfalls noch abgelaſſen werden fann, in» dem noch iminer von der Sahne die düns nere Flüßigfeit abfließen, und hiemit das Ausburtern erleichtert wird,

Ablaſſung, eine Veranſtaltung bey Ströhmen, wenn eine Grundarbeit vox» genommen werden jol, Rlsdenn ſehe maxz ſich nas) Nebenarmen des Strohmes um, oder veranſtalte ſolehe auf eine Zeit lang, wenn es die Umſtände leiden, Auch iſt dergleichen Ablaſſung nöchig, wenn große Giſcydeiche oder Gräben gereinigt werden ſollen, Hiebey iſt zu überlegen, ob man auch ein ſolches Gefälle peranſtalten fönne, daß der Deich bis auf den Grund abgetro. nef werde, und wo dieſes nicht möglich iſt,

3 ſdenn