Abhütet
ganz, oder nur zum Theil, die Speiſung der Bedienten ausmachen ſoll, iadem man- <e Mittagsgerichte falt oder aufgewärmt des Abends oder des folgenden Tages wie- der auf die Herrenkafel fommen können, z. B, Paſteten; ail:rley Gebratenes, GebaFe- nes, Confitüren u. ſ, f.
, heißt einen Fle> Gras
oder Saat vom Vieh? abweiden laſſen. Man ſagt daher, dieſer oder jener Fleck iſt abgehütet oder ſoll noch erſt abgehütet wer- den. Un den meiſten Oerrern iſt man in Anſehung der Weide- oder Graspiäße noh zu altväteriſch, da man nämlich) große und weitläuftige Weiden nicht abtheilet und in Echläge legt, um, wenn ein Plaß abge- hütet iſt, einen neuen oder folgenden den Hirten wieder anzuweiſen, indem auf ſol- <e Weiſe dex Nachwuchs des Grafes un- gleich mehr und beſſer befördert wird, als wenn ſelbiges täglich belaufen, zertreten und den Thieren wegen ihrer eignen, damit angefüllten, Excremente, die noc) nicht genug aäusgewittert ſind, widerlich wird. So läßt ſich auch eine beßre Hüthungsord- nung in Anſehung der verſchiedenen Thiere unter einander einführen. Das große Vieh,-als Kühe, Ochſen und Pferde, be- freten einige Wochen ehex, und allein, der- gleichen Weideabtheilungen, und hierauf fommen exit die Schaafe vach, weil ſte fürzer, als jene Thiere, beißen, und die Excremente derſelben ihnen weniger widrig ſind. Denn aufmerkſame Landwirche ha- ben es ſchon ſo befunden, daß das Rindvieh lieber das Stroh oder anderes Futter, wel- ches in Pferde- oder Schaafmiſt gewc<- ſen, frißt, und ihnen mehr gedeihet, als dasjenige, welches in ſeinem eigenen Mi- ſte gewachſen iſt. Auf der andern Seite iſt es eben ſo mit Pferden und Schaaſen,
Abhüten 27
Um ſolcher und mezrerer Urſachen willen, die in dem Artikel Vicehweide(ſ. dieſen) vorfommen werden, ſollte vieler Orten mit dem Abhüt'n der Weiden beſſer verfahren werden, 4
Wenn die Winxterſaaten beym Froſte mit den Schaafen behartet werden, und die Saaten ſind von ihnen ſo abgefreſſen wor- den, daß nicht viel mehr darauf zu finden iſt, ſo ſagt man, die Saat iſt abgehütek,
oder der und der Cchlag, oder das Acer-"
ſtuck iſt bereits abgehüret, Dieſem Abhy- ten der Saat ſind aber Maaß und Ziel um der zu weit greifenden Schäfer willen zu ſeßen, damit ſie zur Winterszeit nicht eher die Saat behöten, als bis das Erdreich Hart gefrpren, und die Schaafe die Saat bey weichem Erdreiche nicht mit der Wur- zel aus der Erde hervorziehen, oder die Saatk zu rief hinuntex treten, weßhalb ſie auch des Nachmittags in Wintertagen, wenn die Mittagsſonne das Erdreich lvs- macht, oder ſtark auffhauet, das Behuten der Saat unferlaſſen müſſen. Das Behü- ten der Saak nach Lichtmeß iF in unſern fändern verboten. Es giebt aber auc) ſtarke und fette Ländereyen, in welchen der Waizen, wenn er auch geſchröpft wird, doch zu ſtark nachwöchſt, und zu geil und zu Lager gehend wird, Hier pflegt man ſold)en Wajzen noch im April zu behüten, Hhne daß ſolches ſelbigem ſchadet, vielmehr nußet, und da ſagf mau denn auch; die Saat abhäüten,
Endlich heißt abhüten auch ſo viel, wenn Schäfer und Hirten, aus Vorſos oder Nachlößigfeit, von ihren Heerden die Feldfrüchte oder das Gras auf geſchloſeuen Wieſen abſreſſen laſſen, wobey ſie aber ſich der Pfändung gewärtigen, oder den Scha- den, nachdem er gerichtlich kaxirt worden, erſeßen müſſen 3;(ſ überbüten.)
D 2 Abja-


