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Anleitung zur Verbesserung und Veredlung der Schafzucht in Rußland / Herausgegeben, auf Verlangen sr. Durchlaucht des Ministers des Innern, von Wilhelm Christian Friebe, Rigaschem Schul-Inspektor, beständigem Sekretair und Mitgliede der Liefländischen Ökonom. Societät, der Kaiserlichen freien ökon. Gesellschaft in St. Petersburg, der Leipziger ökonomischen, der Kaiserlichen naturforschenden Gesellschaft in Moskau, der naturforschenden Gesellschaft in Jena und der ostpreussischen physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg Mitglied.
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aber eine Nation ſich beſirebt, nicht nur die Schaafzucht zu veredlen, ſondern auch die erhal- tene Wolle größtentheils ſelbſt zu verarbeiten; um ſo mehr wird auch ihr innerer Wohlſtand und Reichthum ſteigen. Dies beweiſen alle Länder, wo die Schaafzucht ein Haupt- Nebenzweig der Landwirthſchaft iſt und wo die erzielte Wolle in eigenen Manufakturen auf die mannigfaltigſte Art verarbeitet wird.

Nur Rußland ſteht hierinne den übrigen kulti- virten Ländern von Europa noch weit nach. Im Allgemeinen kann man behaupten, daß ſich die Schaafzucht hier noch faſt in einem rohen und wilden Zuſtande befindet. Daher iſt auch der Gewinn, den man von der hieſigen Schaafzucht erhält, äußerſt gering, wenn man ihn mit dem in England, Spanien, Deutſchland und einiger andern Ländern vergleicht. Spanien hat über 8 Millionen Schaafe von edler Race, deren feine Wolle jährlich einen Gewinn von mehr als 10 Millionen Rubel S. M. liefert. England ge- nießt von ſeinen Schäfereyen, welche über 12 Millionen Schaafe enthalten, von jeder Schur 2 Millionen Pfund Sterling und 2 Millionen Men- ſchen beſchäftigen ſich daſelbſt in Wollenmanufak- kuren, deren Ausfuhr jährlich allein 4 Millionen Pfund Sterling betrug. Dies Land hat daher ſeinen Schäfereyen und Wollenmanufakturen mehr

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