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Untersuchung über den eigentlichen Sinn der höheren Analysis, nebst einer idealistischen Übersicht der Mathematik und Naturkunde nach ihrem ganzen Umfang / Von Ernst Gottfried Fischer
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denen Kant die Philosophie verwahren wollte. Sollte ich kurz und falslich erklären, was eine Idee sey, so möchte ich etwa so sagen: Jede Geisteskraft ist in sich selbst unbeschränkt, wird aber begreiflich in jedenı bestimmten Fall nur in einen bestimmten Grade, also beschränkt, angewendet. Jeder Begriff, welcher durch eine beschränkte Anwendung eines Zweiges des Vor- stellungsvermögens erzeugt wird, ist ein'nicht- idealischer Begriff; aber die Vorstellung von etwas, das durch eine schlechthin unbeschränkte Anwendung derselben Kraft erzeugt werden würde, ist ein idealischer Begriff, eine Vernunftidee. Beispiele mögen dils erläu- tern. Die Vorstellung von irgend einem Mit- theilungsmittel unserer Gedanken und Gefühle, ist der nichtidealische Begriff einer Sprache; in diesem Sinn giebt es Wortsprachen, Zeichen- sprachen(durch sichtbare Zeichen), es giebt eine Augensprache, eine Fingersprache u. s. fi:aber die Vorstellung von einem absolut vollkomme- nen Mittheihingsmittel ist der idealische Begriff oder die Idee einer Sprache. Die Einbildungs- kraft vermag die Vorstellung jeder Grölse zu vervielfältigen, oder dieselbe zu theilen, und da- durch Vorstellungen von bestimmten Grölsen zu erzeugen; die Vorstellung von einer absolut un- beschränkten Vervielfältigung oder Theilung führt auf die Ideen des Unendlichgroflsen und Unend- lichkleinen. Die Ideen beruhen also auf der ab- soluten Unbeschränktheit jeder Geisteskraft, und

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