Teil eines Werkes 
Siebenter Band (1783)
Entstehung
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Bon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 2c. 557

genheit beſteilte Richter uns verowdnete Commüiſſarien ihr Augenmerk auf künftige Zeiten zu richten- und zu beurtheilen/ in wie viel Jahren ſich in den zuim Streurechemängewie ſenen Oertern, nachdem ſie einmahl weggenommen worden, dieſelbe wiederum in glei- cher Menge ſatmmeln/ und vorräthig, ſeyn könne..

Dieſes iſt veshalb nöthig- weil ſonſt der Eigenthümer des Waldes ſeinen bey dieſer Einrichtung habenden wirthſchaftlichen Endzweck niemahls erreichen, ſondern den- noch, wenn die angewieſene Waldpläße zu der benöthigten Bauerſtreue nicht auf beſtän- dig hinreichend wären- zuleßt ſeinen, ganzen Wald dazu preis geben müßte..

Ich will hiemit fo viel ſagen? Ein Eigenthümer z- B. der einen Wald von 5000 Morgen-hat, will den Bauern zu.ihren Streurechen eine Gegend von 1050 Mor- gen, wo. das Holz ſchon zu ſeiner gehörigen Bollſtändigkeit gelanget, zum Streurechen einräumen, dagegen aber verlanget er- daß ſie ihm den ganzen übrigen Wald ſchlechter- dings verſchonen ſollen;

Der Bedarf der Unterthanen an Streue iſt bereits von einer dazu verordneten Commiſſion nach den vorhin bemerkten Grundſäßen feſtgeſeßet/ nunmehr kommt es nuy lediglich darauf an, en TEE

1) ob die dazu; ausgeſeßte 1000 Morgen wirklich ſv viel Streue, als die Bauern nöthig haben/ enthalten; und 2) ob auch: dieſe 1000 Morgen.in der Folge beſtändig ſs viel Streue, als die Bay ern haben müſſen- liefern können.] - Aus dieſem doppelten Geſichtspunct muß die Sache in Betracht genommen wer- den- wenn hierunter etwas beſtimmtes und entſcheidendes zum Vorſchein kommen ſoll.

j 6. 837* Wie man ſich wegen des erſten Puncts, ob nähmlich der zum Streurecßen beſtimmte Plas gegenwärtig. den Bedarf der Bauern an Streue in ſich enthalte, durch ausgeſteckte ( Probe-Wiorgen verſichern könne.

Der wirklich gegenwärtig vorhandene Vorrath von Streue läſſet ſich- wie ich ſchon vorhin beyläufig bemerket habe, dur den bloßen Augenſchein nicht beſtimmen, und gewiß iſt es aud) daß die Sache hierunter zu keiner arithmetiſchen Gewißheit ge- hracht werden känn, ſondern-man ſich darunter bloß mit einer auf vernünftige Muthmga- fungen gegründeten Wahrſcheinlichkeit begnügen muß

- Schor bey der Abſchäßung des Holzes iſt man öfters zu wahrſcheinlichen Muth- maßungen ſeine Zuflucht zu nehmen. genöthiget,- weil es darunter nicht allemahl zu einer ganz ungezweifelten' Gewißheitzu gelangen möglich iſt, j

Ein Beyſpiel davon finder man in den Chur- und Neumärkſchen Ritterſchaftli- lichen Taxprincipiis- indenr daſelbſt ausdrücklich verordnet worden, daß, nachdem zu- förderſt die gänze Holzung im-gute,mittlere und ſchlechte Reviere eingetheilef worden- in einer jeven"Claſſe drey Probe-Morgen ausgeſteet, das darauf befindliche Holz nady ſeinen Stämmen gezählet und nach denr gegenwärtigen Werth abgeſchäßet, von dieſer drey Probe- Mergen ein Durchſchnitt gemacht, alsdenn aber die Abſchäßung des ganzen

auf denr ganzen Revier darnach eingerichtet werden ſoll& Aaaa 3 Sar