522"7"Zehntes Hauptſtück:
Inzwiſchen haben ſie ſich dadurch nicht irre machen zu laſſen, ſondern ihr hauptſäch- lichſtes Augenmerk nur lediglich auf den Ort, wo der Hauptfluß, welcher die eigentliche Gränze beſtinmet hat, gegangen haben kann und ſvll, zu richten,;
"H So lange aber der eigentliche'Gang des Hauptſtrohmes noch nicht ansgemittelt iſt; müſſen allerdings ſämmtliche vor» Fluthbeete angegebene Derter“ genau erforſchet uind unter- - ſuchet werden,.;[05 HUNG:
Die Gegeneinanderhaltung der bey einem jeden angetroffenen Kennzeichen nebſt übri- geit dabey vorfommenden Umſtänden wird alsvenn ſchon, welches vor das wahre Haupt- Flurhbett anzunehmen ſey, von ſelbſt an die Hand geben. SELEN
GS. 135:»„a Bemerkung einiger beſondern Umſtände, welche ſich bey dieſer Unterſuchung zu ereignen pflegen, und daß ſich die Commiſſarien dadurch nicht irre machen laſſen müßen.:<
Da ſich aus dem 6. 128. angeführten Beyſpiel-zu Tage leget, daß die alten Fluth-- Bette der Ströhme ihre Kennbarkeit gar bald verlieren können) ſo werden die Spuhren, die man nach Berflieſſung von 100 und mehreren Jahren davon äntrift, nur immer eine ſchwa- <en Beweis, welcher von mehrern Umſtänden, wenn er gültig und zur Entſcheidung hin- länglich ſeyn ſoll, unterſtüßer werden muß /“ abgeben..
Weder uf die Breite noch Vertiefung deſſelben iſt Nücfſicht 31 nehnien ,“ weil bey? des durch die Länge der Zeit gar Fhr verändert werden kann, als w9von wir die Urfachen in vem oben angezogeneit 6. 128. mit mehrern bemertet haben.;
Oefters ſiehet ein ſolches altes Fluthbett einem ſchmalen Graben gleich, von wel ehem man nicht vermuthen ſollen, daß daſelbſt ehedem ein' ganzer ſchiſſbarer Strohm ge gangen ſey- und am Ende der Unterſuchung ergiebet: es ſich dennoch; daß der Strohm wirklich an dieſem Orte ſeinen Gang gehabt habe.; z
Dahingegen trift man nicht ſelten breite Bertiefungen an, welche vem Augenſchein nach, den ehemahligen Gang eines großen Strohmes gleichſam ſchon von ferne anfündigen, und beim Ausgange der Sache müſſen ſie voch als bloße von ſtarfen Ueberſchwemmungen herrührende Waſſerriſſe verworfen werden, 3' 403 80
j CG 1136; Warum bey Ausmittelung der alten Sluthbette gemeiniglich zu einer Zeugenabhökung geſchritten werden muß.:)-
Der bloße Augenſchein, und die daraus zu'entnehmende Muthmaſſungen, ſind ſol-
<emnach faſt niemahl, etwas gewiſſes und entſcheidendes zu beſtimmen, im Stande,' Auch hier müſſen die Gränzcommiſſarien gemeiniglich zu einer Zeugenabhbrung ihre Zuflucht nehmen. 15 IGEN Stimmet alsdenn die Ausſage der Zeugen mit den bey dem eingenommenen Augen? ſchein vorgefundenen Spuhret und Merkmahlen überein, ſo wird beydes mit einander ver- bunden, dem Ffünftigen Richter zu dem von ihm abzufaſſenden Erfenntniß, einen hinreichen- den Grund abgeben können.; 5.


