Teil eines Werkes 
Sechster Band (1780)
Entstehung
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10: au Zehntes Hauptſtü.

Den die damahls angenommenen Säße finden auch alsdenn, wenn die Gränz« Streitigkeiten zu einem wirklichen Ausbruch gekommen ſind, ihre Anwehre, und vor- nehmlich fommt es dabey/auf dasjenige,"was wir 5.82. von den Ueberbleibſeln der gänz- lich verlohren gegangenen Gränzſteine bemerfet haben, an.

Denn ſo lange nech die Gränzſteine ſelber, obgleich verſtümmelt, von außen Feynbar ſind, wird es wohl ſo leicht zu keinem öffentlichen Gränzproceße kommen, ſon- 2738 5 Partchen noch immer zu einer. friedlichen Gränzrenovation zu bewegen mög-

ich ſeyn.! Wir haben c. 1. unter andern einen vorgefundenen Steingries, als ein Merkmahl eines vorhin vorhanden geweſenen ſteinernen Gränzmahls, angegeben.

Wenn die Sache ſchon zu wirklicher Jrrung gefommen. iſt, ſo kann nicht ein je- der JMDN für ein unfehlbares Kennzeichen eines ſolchen Gränzmahls angeſehen werden,;/ Eine jede Art von Steinen giebet, wenn ſie zermalmet und durch die Länge der Zeit oder Witterung zerfallen ſind, einen ſolchen Steingries, und es kann daher leicht geſchehen, daß die Ueberbleibſel eines gemeinen Feldſteins vor Spuhren eines Gränz- Mables angenommen werden.-;

Der übrig gebliebene Steingries behält jederzeit die Beſtandtheile.des Steines ſelber, und aus dieſen Beſtandtheilen iſt erfahrenen Männern zu beurtheilen nicht un- möglich, ob der zurüc gebliebene Steingries wirklich von einer ſolchen Art Steinen, die zu den gewöhnlichen Gränzmahlen gebrauchet werden, herrühren oder nicht.

- Inzwiſchen müſſen Partes, wenn ſolches von einem Theil ſtreitig gemacht wird, allerdings mit ihren dawider habenden Gründen gehöret, und ad protocollum genommen werden,

s.| 418.

Gon den verloren gegangenen Gränzpfählen bey einer ſtreitig aewordenen GSränze, und warum alsdenn, wenn von dem in det /Erde ſtehenden Theil noch ganze Stäcten, wor an man die Sigur erFennen Fann, vorhanden ſind, die Sache weit weni- geren Schwierigkeiten unterworfen ſey.

Eben ſo, wie die Gränzpfähle die unſicherſten Gränzmahle unter allen ſind, iſt, auch die Auſſuchung und Entdeckung der. davon zurück gebliebenen Spuhren den meiſten Schwierigkeiten unterworfen.'

Schon 8. 85. iſt ſolches bemerker, und beſonders, daß das Daſeyn eines ehe- mahligen Gränzpfahls nicht wohl anders, als aus einer unter der Erde vorgefundenen Holzerde gemuthmaßet werden könne, gezeiget worden.

Finden ſich von dem in der Erde eingegraben geweſenen Theil des Gränzpfahles noch ganze Stüen, an welchen ſowohl die Figur, als auch die Art'des Holzes erfahnt werden kann, ſo wird dadurch die Vermuthung für die Richtigkeit eines ſolchen angege- benen Gränzmahls weit ſtärfer, und der Saß, daß man ſolche Dinge, welche an dem angewieſenen Orte von der Natur nicht hervor gebracht.werden können, für wahre Spuh-

ren eines Gränzmahls anzuſehen habe, findet alsdenn ebenfalls Statt. Ueber-