Pon dem Urſprunge, Verſchiedenheit, Unterthänigkeit, 16. 529
6. 553+ Urſachen, warum eine dergleichen Dienſteinrichtung den Herrſchaften großen Vortheil bringe,
Die Sache iſt wegen ihrer Wichtigkeit wohl der Mühe werth„ daß wir uns dur nähere Erwägung der daraus, ſowohl vor die Herrſchaften als Unterchanen, erwachſenden Vortheile, von der Vorzüglichkeit dieſer Dienſteinrichtung näher zu überzeugen ſuchen.
Wir wollen mie den Vortheilen, ſo die Herrſchaften davon zu erwarten haben, den Anfang machen. j
Ein Gutsbeſizer, deſſen Baueru dergeſtalt zu üngemeſſenen Dienſten verpflichtet ſind, daß ſie ſämmtliche Wirthſchaftsgeſchäfte ohne Unterſcheid beſtreifen müſſen, erſparet zuförderſt alle gewöhnliche Wirthſchaftsausgaben, welche ſonſt auf andern Sütern, die nicht in einer ſolchen glücklichen Verfäſſung ſtehen, öfters den größeſten Theil der gewon- nenen Früchte wieder wegnehmen, und zu Wäſſer machen.
Da ein dergleichen Eigenthümer weder eigenes Geſpann, noch auch eigenes Ge- ſünde und Dienſtvolk in ſeinem Brodt und Lohn halten darf, ſo iſt einleuchtend, daß die Ausgabe- Artikel, an Fukterkorn,'Btodtkorn und Seſindelohn, welche gewiß unter-allen die wichtigſten ſind, und man<eu gar ſehr drüfen, gänzlich hinweg fallen.
Bey einem Sute von dieſer Beſchaffenheit, darf alſo in den davon zu verfertigen- den Anſchlägen, kein ſonſt gewöhnliches Wirthſchaftskorn in Abzug gebracht werden.
Nur blos die nöthige Ausſaat iſt von dem Einſchnitt abzurechnen. Das übrige alles, was gewonnen und eingeerndtet worden, bleibet zum Verkauf, und kann als ein wahrer Ertrag des Sutes angeſehen-werden.; 7
Wie wichtig dieſer Vortheil: ſey, kann wohl keinem Wirchſchaftsverſtändigen, der ſolHes näher überleget,“verborgen bleiben, und die von einem dergleichen Gute angefertige ten Kauf- oder Pachtauſchläge müſſen es von ſelbſt erweiſen, wie ſchr ſolches durch dieſe Verfaſſung in ſeinem wahren Werth erhöhet werde.
8.7.6546 Förtſezung- dieſer UrſaGen:
Daß bey einem dergleichen Gute weder eigenes Geſpann.n6< Dienſtvöolk gehalten, und daher auch weder Futter'noc< Brödtkorn noch Geſindelohn gegeben werden darf, iſt zwar allerdings der wichtigſte Vortheil. Er iſt es aber nicht allein, ſondern als ein Stammeanzuſehen, welcher viele Aeſte hät,:aus welchem noc< eine Menge von Nebenvor- theilen entſpringen.
Braucht ein Sutsbefißer kein eigenes Geſpann. zu halten,-ſs hat er auch vor Pflü- ge und Wagen. und dem dazu benöthigten. Siſen. ämgleichen vor. Seſchirr, Riemer- und Sattlerarbeit keine Ausgabe. zu chun.
Dieſe Art von Wirthſchaftsnothdurften nehmen ſonſt in allen großen Wirthſchaf- ken einen anſehnlichen Theil der Einnahme weg, und die Wirthſchaftsrehnungen werden dadurch, wenn es zum Schluß des Jahres kommt, gar ſehr gemindert. In deg. Wirth- ſchaftsrechnungen über ſolche Süter aber, wo kein eigenes Geſpann gehalten werden darf,
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