Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1779)
Entstehung
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Von dem Urſprunge, Berſchiedenheit, Unterthänigkeit 1e. 513

Eine dergleichen Einrichtung trift man in vielen Ländern und Provinzien an, und beſonders habe ich ſolche in der Altmark, und noM mehr in der Priegniß, ſehr häufig PSahrgenommen.

Es fehlet daſelbſt nicht an Bepſpielen, wo ein Bauer vier bis fünf verſchiedene Herren hat, welche insgefammt ſeine ſtrenge Befehlshaber ſind/ und denen allen er theils dienen,<heils Pächte und Zinſen entrichten muß.

Beſonders findet iman dieſes in ſolchen Gegenden, wo die Getreide-Zehenden ein» geführet ſind, indem öfcers die Bauern von ihren Aeckern an ganz fremde Herrſchaften, unter deren Bothmäßigfeit ſie ſonſt gar nicht ſiehen, einen dergleichen Zehenden entriche ten müſſen.

Daß dieſes eine unglückliche Lage der Bauern ſey, fällt von ſelbſt in die Augen, und auch die Herrſchaften ſelber haben weiter keinen Vortheil davon, als die citele Ehre, ſich einen Herren von vielen Dörfern, in welchen ſie öfters kaum einen Drittel Bauer ha- ben, uennen und ſchreiben zu können.

Wie heilſam in ſolchen Gegenden die von Sr. Rönigl. Majeſtät in Preuſſen mit ſo vielem Nachdruck anempfohlne Aufhebung der Getneinheiten wäre, habe ich bereits in dem dritten Zauptſtü> des zweyten Bandes mir mehrern bemerket.

Man nimmt aber gemeiniglich wahr, daß dieſe Veranſtaltung da, ws ſie den meiſten Nusen ſtiften könnte, den ſchlechteſten Fortgang hat.

8. 6284 Daß atch dieſer Satz richtig und nothwendig ſoy, wird näher erwieſen.

Nach der von uns bey dem zweyten Saß, um die Möglichkeit der ungemeſſenen Dienſte zu unterſuchen, gegebenen Anleitung, iſt die Erforſchung des wahren Ertrages, den der Bauer von ſeiner Nahrung hat, der erſte Hautptpunct, worauf alle Mühe und Genauigkeit gewandt werden muß. 2

Denn nach dieſem Ertrage muß das dem Bauer zu halten mögliche Geſinde und Geſpann beurtheilet werden,

Der wahre Ertrag einer Bauernahrung aber kann, wie alle ländliche Güter, fie mögen groß oder klein ſeyn, überhaupt nicht anders beſtimmet werden, als wenn davon alle nöchige Ausgaben und fremde Laſten abgezogen worden ſind,

Nur dagjenige, was nach dieſem Abzuge übrig bleibet, iſt als des Bauern eigen, wovon er Geſpann und Seſinde unterhalten kann, anzuſehen.

Wenn nun eig zu ungemeſſenen Dienſten verpflichteter Bauer noch mehrere Her« ren hat, denen er Pächte, Zinſen, Zehenden, oder dergleichen Ableiſtungen mehr entriche ten muß, ſo.iſt es gauz natürlich, daß dieſes alles von dem phyſikaliſchen Srtrage abgezo» gen werden muß, ehe man den wahren Ertrag, nach welc)em die Möglichkeit der Dienſte feſtgeſeßet werden ſoll, zu beſtimmen im Stande iſt.

Hieraus ergiebet ſich von ſelbſt, daß der von uns bemerkte viere Saß ſeine völlige Richtigkeit habe, und derſelbe in Fällen, wo die darinu vorangeſeßken Umſtände angetrofs» ſen werden, und der Bauer mehr als einen Herren hat, nie außer Augen geſeßet werden

wme. Qecon, Forens, V. Theil, Tre Sonſt

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