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gehen würden, wenn ſie auch ihr haltendes Geſinde täglich auf den'herrſchaftlichen Hofe- dienſt ſchien müſſen. 7
Dieſes aber wird in dem angenommenen Beyſpiel nicht nöchig ſeyn, ſondern den Bauern bey demſelben auch von den Handdienſten die mehreſte Zeit zu ſeinem eigezen Ge brauch übrig bleiben.<;
Sollte aber zwiſchen der Anzahl der Dienſtbauern und den herrſchaftlichen Wirth- ſchafesgeſchäften kein richtiges Verhältniß vorwalten, ſo wiederhole ich eben dasjenige, was ich 5. 619. in Anſehung der Geſpanndienſte erinnert und bemerket habe.
VIT 6224 Von dem dritten Satz, welcher bey Ermäßigung der ungemeſſenen Dienſte zu beobachten iſt, vermöge deſſen auf den Unterſcheid, ob die Bauern bey den Dienſten geſpeiſet werden oder nicht ,' Ruckſicht zu nehmen, wobey zugleich, daß heute zu Tage dieſe Speiſung an den meiſten Orten in ein beſtimmtes Deputat verwandelt zu ſeyn pflege, bemerket wird.
Der dritte Saß, den ein Richter oder Commiſſarius bey Ermäßigung der unge- meſſenen Dienſte und Beurtheilung deren Möglichkeit, zum Augenmerk zu nehmen haf, beſtehet, nach Anleitung der 6. 578. angeführten Stelle des NIevius, darinn, daß ein Unterſcheid, ob die auf den herrſchaftlichen Dienſt kommende Bayern und deren Geſinde von der Herrſchaft geſpeiſet werden oder nicht, zu maden ſey.
u ven Marken und Pominern war ehedem faſt durc<gehends die vor die Herr- ſchaften höchſt ſchädliche und beſchwerliche Gewohnheit, daß die Bauern und deren Dienſt- volk in den Dienſttagen geſpeiſet werden mußten, eingeführet, und es iſt ſolches auch in andern Ländern, beſonders bey den Handdienſten, nicht ungewöhnlicd geweſen.
Ju den neuern Zeiten haben zwar die Herrſchaften in den meiſten Gegenden dieſe Speiſung in ein gewiſſes Deputat zu verwandel3 geſuchet, welches. zwar freylich nicht!ſs beſchwerlich, dennoch aber immer koſtbar fällt.
An vielen Orten- aber hat dieſe Verwandelung durch den Widerſpruch der ihre Höfe eigenthümlich beſißenden Bayern nicht zu Stande gebracht werden können, ſondern es noch bis auf dieſe Stunde bey der Natural- Speiſung belaſſen werden müſſen.
Inzwiſchen kommt es bey unſerer gegenwärtigen Abſicht hierauf nicht an, ſondern es iſt, in Anſehung der zu ermäßigenden ungemeſſenen Dienſte, einerley, ob die Bauern geſpeiſet werden, oder ſtatt deſſen an Getreide und Victualien ein beſtimmtes Deputat erhalten.| , Dieſes iſt ein Surrogatum von jenem, und cs hat daher beydes in die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der ungemeſſenen Dienſte einen gleichen Einfluß.
S. 624. Die Richtigkeit und t7othwendigkeit dieſes Satzes wird näher erwieſen. Daß diejenigen Bauern und Dienſtleute, welche auf dem herrſchäftlichen Dienſte geſpeiſet werden, oder ein billigmäßiges Deputat davor bekommen, ſich, über die unge-
meſſenen Dienſte zu beſchweren, weit wenigere Urſache haben, als andere, die aI 10 ihrer
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