Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1776)
Entstehung
Seite
16
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16: Drittes Hauptſtück.

Es wird gemeiniglich alles übers Knie-gebrochen, und das aus dem Wege zu räu- mende Uebel nicht.aus dem Grunde gehoben, ſondern öfters die Wurzel deſſelben unbe- rührt.gelaßen.:

Die Bemühungen, die man ſich wegen Aufhebung der Gemeinheiten geben ſiehe, haben gemeiniglich ein gleichmäßiges Schickſal, und dieſe ſchädliche Staatsfrankheit wird nur ſehr ſelten xecht gründlich geheilet.

Mit Recht werden wir daher vor allen Dingen befliſſen ſeyn müſſen, nicht allein die Eigenſchaften und Pfliczton derjenigen, die 3u demGemeinbeits- Auf hebungs- Ge- ſchäfte gebrauchet werden, eigentlich zu beſtimmen, ſondern auch die zu dem biezu 1582 thigen Verfahren erforderliche Grundſätze in ein näheres Licht zu ſetzen.

Hierunter werde ich mich, ich ſage es voraus, an feine Geſeße moch gedruckte Vorſchrifen binden, ſondern die Sache nach der Erfahrung, und wie es ihre natürliche Beſchaffenheit mit ſich bringet, abhandeln, Folglich dadurch. allen Ländern und Nationen gemeinnüßig werden.

Die Verſchiedenheit der in dieſer Materie vorkommenden Fälle iſt zu groß, als däß man beſtämmte und vollſtändige Geſeke darüber haben könnte. Das in dieſer Ange- legenheit unter dem 23:ten Octbr. 1769 ergangene merfwürdige Königl. Preußl. Edict un- terſtüßer dieſen unſern Sab ſelber(a).

-(a) Ju dem Eingange erwähnten Edicts Heißt es ausdrüflich:Gleichwie nun hierbey alles auf die Geſchäftigkeit und Geſchilichkeit derexjenigen beruhet, denen die Ausführung dieſer Sache aufe -getragen wird, ſo werden wir in der Auewahl derer Commiſſarien'auf ſolche Männer altergnär digſt reflectiren laßen, die mit einer pflichtmäßigen Unpartheilichfeit eine genaue Kenntniß der Landwirthſchaft aller Stände, des Adels,-des Bürger- und des Bauernſtandcs, und zum Theil Auch die erforderliche Rechts- Wiſſenſchaft verbinden, und können daher um ſo mehr entübriget » ſeyn, bey ihrer Jnſtruirung ſehr in das Derail einzugehen, als auch die LTatur der Sache und » die gar große Verſchiedenheit derer vorFommenden Fälle ſolches nicht verſtatten,

G..24, Daß ſich zwar vernünftige Gemeinheits-Intereſſenten ſehr leicht ſelber&useinander ſezen könnten, warum aber Folches ſo ſelten gefchebe.

Vernünftige und ohne herrſchende Leidenſchaften"handelnde Gemeinheits- In- tereſſenten könnten ſich zwar ohne alle Beihülfe ſelber ſehr leicht auseinander ſeßen, und das Uebel, worinn ſie ſich befinden, auf eine. der Sache angemeſſene Art heben. Denn ſie wiſſen am beſten, wo ihnen, daß ich mich dieſes Ausdrucks bedienen darf, der Schuh druf- fet. Sie wiſſen auch die beſten und bequemſten Entſchädigungs- und Ausgleichungsmit- tel an die Hand zu geben, und die Commiſſaxien ſelber müſſen ſie von ihnen erforſchen.

Allein, wenn ich auch der Verbitterungen, die gemeiniglich unter denen, welche in einer Sache in Gemeinſchaft ſtehen, nicht erwähnen will, ſo läßet doch ſolches die ge- heime Mißgunſt, die ſich in den Herzen und Gemüthern ſolcher Gemeinheits- Intereſſen- ten durch allerhand währender Gemeinſchaft ſich ereignete unangenehme Vorfälle und klei- ne Streitigkeiten eingewurzelt haben, nicht zu.

Sonſt ſind in den Königl. Preußiſchen Landen für diejenigen Gemeinen, die ſich

ſelber auseinander feßen, gewiſſe Prämien und Belohnungen beſtimmet. Nur ſehr ME aber