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daß es in eine Art von Sucht ausartete. Beſonders war dieß in den dſterreichiſchen Staaten der Fall. Für Widder, auf welche man beſonders fiel, bezahlte man Summen, die man in der Folgezeit für Fabel halten wird. Denn man kaufte deren bis zu 12,000 Floren. Daß ſie dieſen Werth nicht wirklich) hatten, ſondern daß er, wie bei den holländiſchen Tulpenzwiebeln, nur imaginär war, liegt in der Natur der Sache. Auch bewies man durch die Anwendung dieſer Widder, daß man ihnen jenen Werth in der That nicht beilegte., Denn wenn Schäfe- reien, die vor 10 Jahren noch für ſold)e Preiſe kauften, jekt noch nicht weiter vorgerü&t ſind, als daß ſie eine hd<ſt mittelmäßige Wolle an den. Warkt bringen, ſo iſt dieß wohl Beweis genug dafür.
Iſt man nun gleich jeßt'von jener Sucht ſo ziemlich geheilt, ſo gibt es doch noc Schaafzücter genug, die nur an den Orten gut kaufen zu können glauben, ro Alles hinſtrdmt, und wo man den Ruf in der Regel eben ſo hoh, wie die Waare bezahlt. Das Sclimmſte bei der Sache iſt dann noch dieß: daß man gewöhnlich dort zu etwas Vollkommnem zu ſpät kommt, und ſich mit Mit- telgute begnügen muß. Zwar halten dergleichen Re- nommiſten(von Renommee abgeleitet) immer eine Partie Widder in Reſerve, die für ihre eigenen Sprungbd>e gelten, und die dann nur aus Gefälligkeit, verſteht ſich aber für ſehr hohe Preiſe, abgelaſſen werden.
Mit Vorſtehendem will ich aber keinesweges ſagen, man ſolle ſtets nur nach dem Wohlfeilen gehen. Oft iſt dieß gerade das Theuerſte, Beſonders bei Widdern iſt
Elöners Schaafzucht, 15


