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Mir ſelbſt iſt es fräherhin zuweilen ſo gegangen, daß ich nicht die beſte Meinung von dieſer oder jener Schäfe- rei bekam, weil ich Zuchtthiere aus denſelben in andern Heerden ſah, die käum mittelmäßig zur nennen waren. Als ich die Schäfereien ſelbſt ſah, bekam ich einen weit vortheilhafteren Begriff von denſelben.
Fragen wir nun? welchen Vortheil haben diejenigen, welche fremde Heerden gefliſſentlich herabſezen?= fo iſt die Antwort wohl keine andere, als einen ſehr geringen. Wir ſind in Deutſchland in der Schaafzucht ſo weit vor- geſchritten, die Begriffe und Kenntniſſe von dem, was wirklich edel in derſelben iſt, haben ſich ſo aufgeklärt, daß ein abſichtliches Verdunkeln fremden Gutes zuleßzt nur das eigene in Schatten ſtellen kann. Die deutſchen Schaafzüchter müſſen, wenn ſie ihren wahren und dauern- den Vortheil richtig wünſchen, ſich gegenſeitig mit Offen- heit begegnen; ſie müſſen ſich ihre gemachten Erfahrun- gen und erworbenen Kenntniſſe freimüthig mittheilen; damit ſie in ihrem Gewerbe immer weiter vorrüFen und ein Product fortwährend erzeugen, das an Vollkommen- heit zunimmt, und ſo ſtets den erſten Plaz auf dem Weltmarkte behauptet. Dazu müſſen auch die Woll- händler die Hand bieten, wie dieß die verſtändigen ſchon jekt thun. Es hat die Schäafzucht lange Zeit und lange genug ſich zwiſchen ungewiſſen und unbeſtimmten Gren- zen bewegt; es haben die Schaafzüchter lange und viel genug theures Lehrgeld bezahlt, und wir nähern uns end- lich dem Zeitpunkte, wo richtige Anſichten und feſte Grundſäße jedem dieſes Gewerbe leichter, angenehmer


