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Meine Erfahrungen in der höhern Schaafzucht / von J. G. Elsner
Entstehung
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Einem Plaße iſt Urſache, daß nicht alles ſogleich ver- griffen wird. Wir haben dieß beſonders voriges Jahr geſehen. Weld ein Geſchrei gab es da über die vor- handenen Wollmaſſen. England ſollte im Juni ſo mit Polle überfährt ſeyn, daß der Bedarf auf 48 Monate gedeFt wäre. Und ſiehe da, vier Monate ſpäter trat ſchon wieder nicht unbedeutende Nachfrage ein, und dennoch war in dieſer Zeit eine nicht geringe Menge Wolle noh zugeführt worden.

Wenn alſo auc) manchem Schaafzüchter das Herze- leid widerfährt, daß ihm die mit Koſten und großer Mühe erzeugte Wolle von den Käufern getadelt wird, ſo muß ihn dieß nicht aus der Faſſung bringen. Woll- händler, die den Namen Kaufleute verdienen, und die keine ſo engherzige Anſichten haben, daß ſie durch ſolche elende Kunſtgriffe eines ungerechten Tadels die Waare herab- drüFen und über die Gebühr wohlfeil kaufen wollen, wer- den ihr gewiß Gerechtigkeit wiederfahren laſſen, und ſie nach ihrem wahren Werthe bezahlen. Nur muß freilich der Pröducent auch Grund haben zu der Ueberzeugung, daß er wirklich eine gute Waare an den Markt bringt. Denn leider gibt es auch deren nicht wenige, die, wenn ſie nur ein- oder ein paarmal einein Widder, und noch dazu recht wohlfeil gekauft haben, ſogleich glauben, nun ſey ihre Heerde eine edle, und die dann ihre Forderun- gen nach dieſer thdrichten Einbildung ſpannen. Jn die- ſem Falle iſt es den Wollkäufern nicht zu verargen, wenn ſie tadeln und ſpotten. Dann heißt es freilich muros intra Iiacos peccatur et extra.

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