87 EE
jichter, welche mit Intelligenz bei ihren Heerden ver- fahren, wiſſen doch, worauf ſie hin zu arbeiten haben, und ſie kennen dann den Werth ihrer zu Markte gebrach- ten Waare ſo ziemlich genau. Die aber, welche darin noch nicht feſt ſind, werden, wenn man ihnen aud) das Gute, was ſie haben, tadelt, irre gemacht und zu Miß- griffen verleitet, die am Ende, wenn ſie häufig vorkom- men, dem ganzen Markte, und alſo mittelbar auch be- ſonders den Wollhändlern ſchaden. Weniger ſind von der- leichen Vorurtheilen die Fabrikanten eingenommen. Denn tadelt auch Einer hie und da eine Waare, die ein Anderer ſo eben erſt gelobt hat, ſo kommt dieß daher, daß jeder von beiden andere Fabrikate macht, und alſo uch andere Wollqualität begehrt.
Bei dieſem Tadel aber kommen mitunter hd<<ſt [luſtige Dinge vor. Der eine verlangt, wo er eine kurze Wolle findet, eine lange, und wo er dieſe antrifft, wie- der eine kurze. Die eine iſt ihm zu ſanft, und er nennt ſie matt, die andre zu rauh. So tadelte mir erſt dieſes Jahr ein Hauptkäufer ein hochfeines Vließ von einem zweijährigen kerngeſunden Widder, und meinte das Schaaf, von dem die Wolle ſei, müſſe kränklich ſeyn. Viele maaßen ſich an, es ſogleich an der Wolle erkennen zu wollen, womit die Schaafe gefüttert worden ſind. Was dabei für lächerliche Mißgriffe vorkommen, iſt klar. Da ſollen Schaafe mit Körnern gefüttert worden ſeyn, bei welchen man nie an dieſes Futter dachte, wieder audere mit Kartoffeln, die deren kaum geſehen haben 2c. Oft bin ich auch von Käufern gefragt worden, welches


