Teil eines Werkes 
1: Uibersicht der europäischen veredelten Schafzucht. 1
Entstehung
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Jeßt würde es eines ſolchen Verbotes wohl eben nicht bedürfen. Denn Safe, die eine Mittelwolle tragen, ſind in andern Ländern in Maſſen zu finden, und viel beſſere kann man in Spanien jekt ſchwerlich antreffen, wie deren ſo ſehr im Werthe geſunkene Wolle ſattſam beweiſt. Eher dürfte es für Spanien gerathen ſeyn, Prämien auf die Einfuhr hochfeiner Merinos zu ſeßken. Der ſpaniſ<e Stolz wird dies noch lange nicht zulaſſen, und jenes Land hat ſomit die Ausſicht, allmählig mit ſeiner Wolle außer aller Con- currenz im Welthandel zu treten.

Um einen Begriff zu geben, in welchem Zuſtande ſich die ſpaniſchen Merinoheerden ſchon im Jahre 1316 be- fanden, hebe ich einzelne Stellen aus einem Berichte eines ſehr ſachverſtändigen Reiſenden, von Madrit datirt, aus*). Dort heißt es unter andern: die königlichen Heerden, die ſchönſten und feinſten Racen eines Negretti, Aquirres, Mont- argo, des Friedensfürſten, des Kloſters von Guadeloupe 2c. ſind nach und nach ganz verſchwunden, andere der feinſten Ra- cen ſind zerſtreut worden. Die Wanderungen konnten während des Krieges gar nicht ſtatt finden, und dazu hob eine Ver- ordnung der Cortes vom 3, Juni 1315 die bisher beſtan- denen Privilegien der Meſta gänzlich auf.

Durch den Krieg und das Wegtreiben ganzer Heerden war die Zahl der Merinos, die vor dem Einfalle der Fran- zoſen auf 6,000,000 geſchäßt wurde, bis auf ungefähr 32 Million herabgeſchmolzen. Schlechte Jahrgänge, vor- züglich allgemeine Dürre, verhinderte das ſchnelle Wieder-

*) Dieſer Bericht findet ſih in den Oekon, Neuigkeiten(Prag vei Calve), in Nr. 4, 4848.

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