Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
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IT< habe in der zweyten Abtheilung des erſten Ban: des dieſer Reiſen bei Beſchreibung der Gegend von Guh- rau einer über alle maaßen ſchlechten Bauern- Schäferei erwähnt. Da es mir mehr Freude gewährt, von mei- nem Vaterlande etwas Gutes als etwas Nachtheiliges zu ſagen, ſo iſt es mir beſonders angenehm, bemerken zu können, daß ich bei einer ſpätern Reiſe durch dieſe Ge- gend eine Bauern- Wirthſchaft kennen gelernt habe, die in jeder Hinſicht der Aufmerkſamkeit des Landwirthes werth iſt. Der»Mann, welcher dieſelbe führt, heißt Jäckel, iſt Beſißer eines Freibauer- Gutes in Jaſtersheim, und bewirthſchaft daſſelbe ſo muſterhaft, daß ich ihm meine größte Achtung öffentlich hierdurh zu bezeugen, um ſo weniger Anſtand nehme, da er dur< ſein gutes Beiſpiel auf die übrigen Dorf- Inſaſſen höchſt wohlthä- tig wirkt.

Er beſtellt ſeine Felder nach richtigen rationellen Grundſäßen, welches er um ſo mehr im Stande iſt, da ihm die neuere ökonomiſche Literatur gar nicht fremd iſt. So hat er Thaers Schriften geleſen, und von dem erſten Bande meiner landwirthſchaftlichen Reiſe wußte er ſo vie- les, daß er mich durch Anführung einzelner Stellen aus mehrern Briefen ziemlich in Verlegenheit brachte. Den Futterbau betreibt er ſehr ausgebreitet,-und der gute Zu- ſtand ſeines Viehes iſt ihm der erfreulichſte Lohn für die hierbei angewändte Intelligenz und Mühe. Auf dem Boden ſeines Schaafftalles fand ich in der Mitte des Fe- bruärs. noh nicht unbedeutende Vorräthe von ſehr ſchö- nem Kleehen. Seine Schaafheerde war im beſten Zu- ſtande, und in jeder Art das gerade Gegentheil von ge- wöhnlichen Bauernſchaafen. Denn ihre Wolle hat

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