Pfluge ſind, wird aber nicht etwa gradezu auf Ausſau- gung hingearbeitet; ſondern es tragen deren zwey Be- ha>te- und Hülſenfrüchte, und vier Halmfrüchte, näm- lich zwey Winterung und zwey Sommerung. Unter Winterung iſt'aber hier nur Roggen und unter Somme» rung nur Hafer zu verſtehen. Weißen und Gerſte wird nicht etwa deshalb nicht gebaut; weil der Boden ſie nicht tragen würde; ſondern weil der Herr Graf ſeine beſon- dern Gründe dafür hat. Er iſt nämlich der Meinung, „daß ſeine Dienſtboten, als Schaffer 2c. bei Weißen und Gerſte mehr Unterſchleif machen, weil ſich dieſe Getreide- arten zu ſo mancherlei Zwe>en gebrauchen laſſen; und daß ſich denn auh die Auf- und Ueberſicht leichter führe, wenn ſtatt vier Getreidefrüchten deren nur zwey gebaut werden. Znwiefern er hierin Recht habe, kann jeden ſeine eigene Praxis am beſten lehren. Aber thunlich dürf- te es doch wohl nicht allenthalben ſeyn, dies nachzu- ahmen.
Es wird hier viel Sommer- Roggen gebaut, und ich ſah dieſen hier in einer Länge und Stärke des Halms, daß ich ihn beinah für Winter- Roggen angeſehen hätte. Bei der außerordentlichen Kraft des Boden3 iſt die Sa- dhe wohl auch nicht ſo gar außerordentlich.
Was aber den Herrn Grafen als Landwirth vor unzähligen andern auszeichnet, iſt: daß er nicht der Die- ner der Landwirthſchaft; ſondern dieſe ſeine Dienerin ge: nannt werden muß. Mehr oder weniger beherrſchen wohl auch andere Landwirthe ihr Gewerbe, aber dieſes Übt doch immer ſeine TüEe wieder aus, und ſtellt ihnen ſc<hmeichelnd den Vortheil in den Hintergrund und führt fie ſodann am Gängelbande nach demſelben. Dies iſt bei dem in Rede ſeyenden originellen Landwirthe wenig


