Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
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j ſtem des Hungerleidens bei ihren Scaafen abſchaffen.

Kleebau treiben ſie ſchon ziemlich allgemein und wenden auch auf ihn große Aufmerkſamkeit. Ein ſchon ziemlich bejahrter Mann, den ich beim Mähen deſſelben traf, und fragte, wie er mit deſſen Anbaue zufrieden wäre, antwortete mir: ich habe mehr als zwanzig Jahre ohne Kleebau gewirthſchaftet, und es gingz aber doch wüßte ich nicht, wie es jeht gehen ſollte, wenn er mir auf ein- mal genommen würde,=- Aber er ſaugt doch den AFex ſehr aus, wandte ich ihm zum Scheine ein, um ſeine Anſicht hierüber deſto ſicherer zu erfahren, Ev antwor- tete:das glaubte ich ſonſt auch, aber es war ein gro-- ßer Irrthum.. Denn ſeit ich Klee anbaue, vermehrt ſich mein Düngerhaufen von Jahr zu Jahre, und meine Erndten werden immer reichlicher. Deghalb will ich es auch lieber ſehen, daß mir eine Getreidefrucht verdirbt, als der Kleez denn jenes verwinde ich viel geſchwinder. Hiex brachte die Erfahrung den ſchlichteſten Verſtand zu den richtigſten Schlüſſen.

Das Geſindelohn iſt in hieſiger Gegend höher, als weiter oben in den Gegenden, die wir ſchon dur<gan- gen ſind. Ein Schaffner oder Vogt bekommt jährlich 36,-- 40-Rthlr. Ein Knecht 24=- 26 Nthlr. Eine Magd 16- 18 Rthlr. Indeß wird aach hier wiedey mehr vom Geſinde gefordert, und alle Arbeiten im Felde gehen gewandt und raſch. Der höhere Standpunkt des Landbaues ſpricht ſich auch hierin aus,

Die Schäfer ſtehen, obgleich die höhere Veredlung immer mehr zunimmt, doch noch faſt überall auf An- theil. Sie haben entweder den zehnten oder eilften oder zwülften Theil des Rein- Ertrags, müſſen aber auch zu