Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
Entstehung
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E3 wird in der Gegend, beſonders in der Nähe von Liegniß etwas. Flachsbau getrieben. Die Leinſaat wird aber.in der Regel früh beſtellt, weil der hiex herr- ſchende thätige Boden einer frühern Einſaat günſtiger iſt, als einer ſpäten. Die Ae>er haben hier nämlich, mei- ſtentheils bei einer an ſich ſehr guten Beſchaffenheit und nicht geringem Reichthume meiſt eine durchlaſſende Un- terlage, und einen eben ſolchen Untergrund, und es/iſt deshalb für jede Frühjahrsſaat beſſer, ſie zeitig in die

"Erde zu bringen, um die Winterfeuchtigkeit in der A>er-

Frumme deſto länger zu erhalten. Glücklicherweiſe hat dieſe viel waſſerhaltende Kraft, und der Aer leidet nicht ſo leicht an Dürre, als man es, ſeiner Unterlage nach, wohl erwarten ſollte.

; Merkwürdig iſt der hieſige ausgedehnte Gemüſe- bau. Ausgezeichnet iſt darin die Vorſtadt von Liegnitz, welche die Jauergaſſc heißt. Die Maſſe des hier erbau- ten Gemüſes, welches in Schleſien alldemein mit dem Namen Grünzeug benannt wird, iſt ſo groß, daß von hier aus ein großer Theil des Gebirges, namentlich die Gegend von Hirſchberg bis nach Schweidnit hin verſorgt wird. Den, dem Ader durch dieſen immer wiederhol- ten Anbau entzogenen Dünger, erſeßt man durch im- merwährende Zufuhr aus der Stadt.

Der in Liegniß wöchentlich abgehaltene Getreide- markt iſt nur dann von großer Erheblichkeit, wenn ſtar- Fe Ausfuhr nach Sachſen ſtattfindet. Alsdann werden bedeutende Geſchäfte gemacht, und die hieher kommen- den Getreidehändler kaufen ſehr große Quantitäten auf einmal. Iſt aber dieſe Ausfuhr nicht, dann beſchränkt ſich der Abſaß meiſt nur auf die Stadt und Umgegend und quf einigen Zwiſchenhandel nach Löwenberg und nach

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