Teil eines Werkes 
2,Abt.1 (1823) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 2,Abt.1
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ſehr tüchtiger Landwirth 30s in ſeinent Beiſeyn mit ällem Eifer gegen die Schläge- Wirthſc<haft los. Als jener ihn fragte, was er denn für ein Syſtem befolge, ant- wortete dieſer: die Dreyfelderwirthſ<aft. Er fragte ferner, wie er bei ſeinen wenigen Wieſen dann ſeinen zahlreichen Viehſtäpel ſo gut aushalten könne? Mit An- baue von Futter in der Brache, war'die Antwork. Fer- ner: wie er es denn mit den Ae>kern hielte, wo er Kraut

, und Kartoffeln 76. baute?==Die bleiben zu Somme-

rung.=- Und hinter dieſer?=-Bisweilen nehme ich denn Winterung, oftmals abet zwey Jahre hinter einander Klee.= Nun dann haben ſie eine Schlä- ge- und keine Dreyfelderwirthſc<haft. Das Aufſtellen der verſchiedenen AFer-Abtheilungen und ihrer Früchte Überzeugte ihn denn, daß er das, was er ſo heftig an- gefochten hatte, ſelbſt ausübte, und daß er, blos aus Borurtheil ſich eine Unregelmäßigkeit und daraus erfol: gende Unbequemlichkeit in der Bewirthſchaftung ſeiner Felder zu Schulden kommen ließ. Db er dadur< bewo- gen wurde, eine regelmäßige Eintheilung in Schläge bei ſeinen Feldern zu machen, war meinem Freunde nicht weiter bekannt worden- Aber ſo, wie ihm, geht es faſt allen Landwirthen, die aus Anhänglichkeit an die Dreyfelderwirthſchaft dieſe für die einzig gute halten, wenn man einen ſtarken Anbau von Futterkräutern in der Brache reibe. Will man nun aber ſich bei der darauf folgen follenden Winterung, nicht offenbat in Nachtheit ſeßenz ſo muß män eine ändere Frucht wählen, und daraus entſteht dann eine Unbequemlichkeit aus der an- dern, die allmählig die Dreyfelderwirthſchaft in eine Zwittergeſtalt von mehrern andern Syſtemen um- wändelt.

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