Teil eines Werkes 
1,Abt.2 (1822) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 1,Abt.2
Entstehung
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muß, und die Nahrungsmittel des Menſchen alſo da- durch vielmehr zunehmen werden. i

Den Klee gipſt Hr. U., aber er hat nur auf den AeFern- mit mildem Boden gute Wirkung davon geſe- hen: dagegen iſt auf ſtrengem Lehme und auf Sand- boden die Sache faſt ganz ohne merklichen Erfolg g2- blieben. Hierin ſtimmen ſeine Erfahrungen mit denen der meiſten ſchleſiſchen Landwirthe überein, die dieſe Düngung verſucht haben.

Ehe ich dieſen Brief ſchließe, mache ich noh einige" allgemeine Bemerkungen über die eben durchwanderten Gegenden.

Der Regenfall iſt in denſelben geringer,"als in G-

birgsgegenden, und Strichregen, die bei TroFenheit vorkommen, erquiden die Fluren ſelten; höchſtens ziehen ſie an der Trebnißer Hügelkette, oder auch an der Oder hin. Die Gewitter werden. ſelten ſehr heftig, und gehen auch ſchnell über das flache Land hin. Dax- her kommen auch Schloſſen nur äußerſt ſelten vor.

Im Frühlinge tro&net das Land, wegen ſeiner ſchwer durchlaſſenden Unterläge nur langſam ab: des- halb verſpätet ſich auch die Frühjahrs- Einſaat immer, und man kann ſie gewöhnlich erſt beginnen/ wenn in ändern Gegenden ſchon viel darin gethan iſt. Dieſe Unterlage macht denn auch den Boden kühl und weniger thätig, als er ohne dieſelbe ſeyn würde. Darum iſt es auch gerathen, die Herbſtſaat ſo zeitig als möglich zu' beſtellen, und die frühe geräth weir öfter als die ſpäte.

Die ſogenannten kleinen Leute ſchneiden in der Erndte ihr Korn viel mit der Sichel ab, um weniger zu verlieren. Da wo es ſo ſehr dünne ſteht, iſt dies auch ſehr gut und nöthig, weil es ſonſt unter der Senſe wegfährt und vieles verdorben wird.

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