Teil eines Werkes 
1,Abt.2 (1822) Landwirthschaftliche Reise durch Schlesien. 1,Abt.2
Entstehung
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der Junge noch die ihm, yom Knechte beſonders auferlegte Pflicht, des Nachts die-Scheuern zu beſuchen, und für ſei- ne Pferde Garben zu holen,- Stehlen nennt man dies nicht, weil es ja das Vieh bekommt. In manchen Wirth- ſchaften iſt dies auch ſo-recipirt, daß.man wenig darauf achtet, wenn die Sache nur nicht zu weit getrieben wirdz ja, ich habe ſelbſt Eigenthümer gekannt, die es gern ſa- hen, wenn die Pferdeleute Garben holten, und wo man, um ſie dazu aufzumuntern, geringe Futter- Portionen gab, und doch gut ausſehende Pferde verlangte. Da kann es denn freilich nicht fehlen, daß dieſe Leute ihr auf dieſe Weiſe ganz beſonders ausgebildetes Talent auch weiter üben, und bisweilen in andern Gebäuden,. als z. B. Schüttböden, verſuchen. Da nun aber die Pferde auf die Scheuern angewieſen ſind: ſo geben ſie die Anweiſung auf den Schuüttboden oder Speicher an ſich ſelbſt, und machen ſich bisweilen ein kleines Trinkgeld. Den Gang der Din- ge finden Sie doch nicht ſonderbar?! Wenigſtens ſcheint es mir ſehr natürlich. Die Sache kommt übrigens oft genug vor, und bei ſolchen Anſichten der Herrſchaften iſt.es wohl nicht zu verwundern, wenn Dienſiboten diebiſch ſind.

Ahtzehnter Brief,

Die Wieſen- Cultur iſt in Schleſien, wie inſo vielen ändern Provinzen, no ſehr in ihrer Kindheit. Jedoch leuchten auch hierin ſchon einzelne Beiſpiele ſehr rühmlich vor. I< darf Ihnen hier nur die Wieſen-Verbeſſerun» gen des Kammer-Rath Plathner in Camenz, und die des Geh. Ob. Fin. Rath von Prittwiß in Caſimir, nennen. Lektere berühre ich noch umſtändlicher, wenn wir in jene Gegend kommen.

Unmittelbar von dieſer komme ich auf die Viehzucht. Sie iſt in mehreren Zweigen ſchon ausgezeichnet zu nen-