Vom Gyps- und Erdefahren:;; (355)
Iſt die Grasnarbe der Wieſe, von welcher Dammerde wegs defahren werden ſoll, gut, ſo kann ſie dadurch erhalten werden, wenn ſie, wie es zuweilen von fleißigen Altenburgern geſchieht, einige Zoll tief in 8 bis 10 Zoll breite Streifen abgeſchält und nach einer Seite der Wieſe zu, zuſammengerollt wird. Jſt die- ſes geſchehen, ſo wird die gute Erde ſo weit weggefahren, daß nur no<h 5 bis 8 Zoll liegen bleiben, und das Terrain zwe- mäßig geebnet, der Naſen aber wieder aufgerollt, Über die Wieſe hingelegt und mit einer ſchweren Walze tüchtig niederge: walzt. Geſchieht dieſe ganze Operation im Frühjahr, ſo wächſt ſehr ſchnell der Raſen wieder an und zuſammen, und die Heu erndte iſt ſo reichlich, wie ſie ſonſt war,
Iſt Gelegenheit zur Berieſelung der Wieſe, wovon die über: flüſſige gute Erde abgefahren werden ſoll, vorhanden, ſo kann bey Gelegenheit und während des. Abfahrens die Oberfläche ſo geformt werden, als es für die Berieſelung am zwe&>mäßigſten iſt. Das Berieſeln beſchleunigt hinterher das Zuſammenwachſen des aufgelegten Raſens.
Das Raſenabſchälen geſchieht auf folgende Art:
Zuerſt ſchneidet ein Mann mit einem ſcharfen Spaten die Raſennärbe in Streifen von 8 bis 10 Zoll Breite z ein anderer ſchneidet dieſe Streifen 3 bis 4 Zoll tief mit einem beſondern Inſtrument von unten ab; ein dritter rollt den Naſenſtreifen vor dem, welcher ihn unten abſchält, wie Tuchballen zuſam: ve Es geht dieſes von fleißigen und geſchi>ten Leuten ſehr raſch.
Das Jnſtrument, womit der Raſen unten abgeſchält wird, Fleicht einer eiſernen Schaufel mit krummem Stiel; das Eiſen iſt hinten am Stiel 8 bis 10 Zoll breit, und läuft nach vorn in ei- ner Spitze zu und bildet ſv ein DreyeX, deſſen beide vordern Seiten ſcharf und gewöhnlich vorgeſtahlt ſind.
Iſt die Grasnarbe nicht gut, ſo wird ſie aufgegraben und auf Dämme geworfen, worin ſie ſo lange liege bleibt, bis ſie ver- fault iſt, wonach ſie dann auch auf den Aer gebracht wird; Aber da iſt es nöthig, daß wenigſtens 8 Zoll hoch die gute Erde auf der Wieſe liegen bleibt, die dann gepflügt und ge- wöhnlich mit. Hafer, worunter Klee und Grasſamen geſäet, be: ſtellt, wird;
Die abgegrabene Grasnarbe kann auch zu den Compoſthau- fen genommen werden, die vielleicht gleich auf der Wieſe ange- legt werden können, wenn A>er um ſie herumliegt, auf wel: <en ſpäterhin der Compoſthaufen- gefahren werden kann... Es kann unter dieſen Naſen Kalk, Hühner-.und Taubenmiſt, Bau- ſchutt, der wenig Steine, aber vielleicht vielen Kalk enthält; Laub und dergl. mehr gemengt werden,.
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6. 119. Auch aus den Gräben, welche ſich zwiſchen Erde aus
den A>er hindurch ziehen, und gute fruchtbäre Erde von Gräb
dieſem aufnehmen, iſt mit Vortheil Erde auf die umliegenden Aetker zu fahren. Oft enthält ſolc<e>Grabenerde vielen Humus; der dann den Feldfrüchten' zu Gute kommt;
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