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Die Wartung, Pflege und Zucht der Schafe, oder vollständiger Unterricht über alles, was auf die Naturgeschichte, Alter, Rassen, Kunstzucht und Benutzung der Schafe, nebst Kenntniß ihrer Wolle, Bezug hat : In zwölf Monatsabschnitten mitgetheilt ; Mit einer Kupfertafel / von Bernhard Petri ...
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2. Abſcht. Schafraſſen. (483)

die ſpaniſchen Churros- Schafe daſelbſt einheimiſch, welche hoch- beiniger und ſtärker, als die Merinos ſind, und ihnen an Feinheit der Wolle und übrigen guten Eigenſchaften bey wei- tem nicht beytommen.

Africaniſche Schafe.

Das africaniſche Schaf im Allgemeinen,

6. 92.'Jn Perſien, Syrien, Paläſtina und verſchiedenen Gegenden von Africa, giebt es lange, fettſchwänzige Schafe, die durch Vermiſchungen entſtänden zu ſeyn ſcheinen. Schon Plinius, ſagt(VIII. 48.), daß die ſyriſchen Schafe ellenbogen lange D<wänze und reichliche Wolle hätten. Ranwolf berichtet in ſeiner Reiſe, daß es in Syrien Schafe gebe, die den kirgi- ſiſchen ganz ähnlich wären z allein ihre Wolle iſt in dieſer Gegend ganz zart, und ſie haben längliche, bis auf die Erde reichende, mit Fett gepolſterte Schwänze, mit einem fettloſen Zipfel am Ende, welcher ſich über den Fettſchwanz zurückſchlägt. Die größten dieſer Schafe wiegen 150 Pfd., und der Fettſchwanz macht faſt den dritten Theil dieſes Gewichts zus,

Obwohl die bekatinten africaniſchen Schafraſſen, im Allge- meinen, in der Hauptſäche ſich durch einen ziemlich Übereinſtim menden Charakter ihrer Phyſiognomie, deßgleichen auch durch den langen, oben breiten Fettſchwanz, welcher von Fett ſtrotzt, und daß ſie gemeiniglich hörnerlos ſind, auszeichnen, und hier- durch eine gemeinſchaftliche Verwandtſchaft beurkunden z; ſo unter- ſcheidet man doch mehrere beſondere Raſſen derſelben, als:

Das Guinea-Scaf,

6. 93, Das Guinea-Schaf iſt von der Größe des eu- ropäiſchen Schafes, hat lange herabhängende Ohren, und ſtatt der Wolle bald ſprödes, bald weiches Haar. Die Widder baben lange Mähnenhaare, welche bisweilen bis auf die Erde rei- <hen. Wenn es auf Bergen weidet, hat ſein Fleiſch einen gU- ten Wildpretgeſchma> 3 auf niedern Weiden nimnit es aber ei- nen Talggeſchma> an. Eine zweyte Art Schafe unterſcheidet ſich in Guinea dadurch, daß ſolche etwas größer iſt, einen grös= ßern mit Fett gepolſterten Schwanz und weichere Wolle hat.

Das Marokkaniſche Schaf.

9. 94; Das Marokkaniſche Schaf iſt etwas größer, als das vorige, hat einen breiten Fettſchwanz, welcher jedoch in ſeiner Länge nicht die Erde berührt, Das Fett des Schwan- zes wird zum Kochen und Brennen verwendet, Es liefert nur wenig Wolle, iſt lang und ſchmal an Körper, hat ſehy vortreff- liches Fleiſch und läßt ſich gut mäſten.

Das Algieriſche Schaf.

6. 95. Das Algieriſche Schaf hat dichte, krauſe, feine Wolle, ſtimmt jedoch im Weſentlichen mit den Eigenſchaften der vorigen Raſſe Überein, Die Widder ſind mit Hörnern verſehen.

Das Tafileter Schaf.

9. 96. Das Tafileter Schaf iſt mit Haaren, welche denen einer Kuh ähnlich ſind, verſehen, und ſoll ein ſehr ſhmac>- baftes Fleiſch haben,

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