<TOr
Wie. groſs der Fall des Waſſlers theils von' der Hauptrinne, theils von der Nebenrinne ſeyn muſs, um beſtändig flieſzen zu können, iſt. verſchieden. Einige nehmen den Fall von einem Zoll auf 100 Fuſs an; andere ſind mit zwey Zoll auf 600 Fuſs zufrieden.*) Das Waſſer bedarf nur einen-ſehr unmerklichen Fall, wen man fich hütet, den Gräben: in ihrer Biegung zu ſcharfe Winkel zu geben, und wenn ſie. wohl gereinigt, und am Grunde wohl geebnet; find.
Fluſs- und Regenwaſſer.wird zur Bewäſſerung als das zweckmäſsigſte angeſehen, beſonders im Herbſt, weil es eine Menge verſaulter Theile aus dem Thier- und Pflanzenreich mit fich führt. Nach Regenwaſſer iſt Quellwaſſer das dienlichſte. Die Einwendung“, daſs Quellwaſſer hart, und zur Ernährung" der Pflanzen min der geſchickt ſeyn ſolle, ift ungegründet. Die Erfahrung lehrt, daſs an einer Quelle herum das beſte und feinſte Gras wächſt; Veberdies hat Quellwaſſer den groſsen Vorzug, nicht leicht zu gefrieren, und ſowohl im Win- ter als im Sommer einen beynahe gleichen Grad von Wärme. Es kann ſpäter im Herbſt, und zeitiger im Frühjahr gebraucht werden, und mit Nutzen, wegen der Wärme, die es dem Boden mittheilt, ſo lange es flieſst. Eben ſo iſt es im Sommer vortheilhaft, nach einem war» men Tage die Wieſe des Nachts überſtrömen zu laſſen, um ſie abzukühlen. Schnee waſſer ſoll zur Bewäſle» rung undienlich feyn: wenigſtens gebraucht der Alpenbe- wohner nie zur Bewäſſerung ſeiner Wieſen die Bäche, die ihr Waſſer vom' geſchmolzenen Schnee der Berge haben; er hält es für undienlich. Die Urſache davon iſt ohne Zweifel, daſs das geſchmolzene Schneewaſſer von den Bergen keine oder nur wenige nährende Partikeln ent-
*) Die bekannte Waſſerleitung vom Schloſſe Marly nach Verſail-
les, 10,209'Fuſs lang, hat im Ganzen nur einen Fall. von 3 Fuſs,(S1| t N*;
IM SO Neem 55
===


