Einwohhner, 33
- Weil die ſtädtiſchen Erwerbs8zweige der Chriſten von der befannten Zudyſtrie dieſer Nation ſehr beein- trächtigt werden würden, ſo ſind den Juden, mit Ausnahme derer, welche die Rechte der<riſtlichen Kauf- ſeute erhalten haben, in Abſicht ihres Verkehrs beſtimmte Grenzen gezogen. Vorzüglich ſind ſie auf den Manufakturhandel und. die freien Künſte verwieſen. Zum Flor der Fabriken und Manufakturen in Berlin und Potsdam haben ſie viel beigetragen, und in Abſicht der Wiſſenſchaften haben ſie verſchiedene Gelehrte, aber noch weit mehr Dilettanten aufzuweiſen.-
Die Anzahl der Juden vermehrt ſich, bei der Fruchtbarkeit ihrer Ehen, anſehnlich, ſo daß ſie das be- ſtimmte Verhältniß bald überſteigen würden, wenn man ihrey Anſeßung und Verheirathung nicht ſo- große
Schwierigkeiten in den Weg gelegt hätte,
Die Kurmark hat Schußjudenfamilien:
-In Berlin--==--- 5534 In den übrigen Provinzialſiädfen 220
*
Alſo überhaupt=- 554
1. Tahelle der Judenindividuen in der Kurmavk.*)
Im Jahre Berlin 1: EE Summa ſtädte 1750 2188 1685 5872 1760 2791 1711 4502 1770 3842 1996 5838 1780 3586 24772. MW... 5858 1790 3379 9955 5634 2800 53322 24.26 5748 1801 5549 2453 6002
Die Zudenſchaft hat ſich alſo, in einem Zeitraum von 50 Jahren, in Berlin um 1361, in den Pro- vinzialſtädten um 768, und in der ganzen Kurmarf um 2150 Individuen vermehrt. Wenn ihre Anzahl in dieſem Verhältniß, jährlich 42, ferner ſteigt, ſo wird die jüdiſche Kolonie nach 141 Jahren(etwa 1942) noch einmal ſo zahlreich ſeyn. Auf jeder Quadratmeile leben, mit Ausſchluß der Berlitzer- Judenſchaft, in der Kurmark ungefähr 5 Juden. Zur ganzen Volksmaſſe verhalten ſie ſich wie 1 zu 138.
«) Um auch einige ältere Nachrichten beizufügen. Im Jahre 1683 zählte man 1013 1700 aber ſhon 277 Ju- denindividuen in der Kurmark, deren ganzes Vermögen auf 4703 Thaler geſ<äßt wurde. Welche Verän derungen hat die Toleranz der ſpäteren Zeiten hierin hervorgebracht!==
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