Klima.
TIT RN:
Wer es weiß, welchen Einfluß Boden, Bergey Flüſſe und Waldutgen auf die Wit- terung und das Klima eines Landes haben, der wird aus dem bisher geſagten ungefähr abneh- men können, wie die Luft und die Witterung in der Kurmark beſchaffen iſt. Beide weichen von vielen Ländern, welche.mit der Kurmark in demſelben Himmelsſtriche liegen, ſehr ab.
Die Luf t iſt ſehr gemäßigt, und, Jeit der Urbarmachung verſchiedener Brücher und der Abnahme der Waldungen, reiner und geſunder, weil die durchſtreichenden Winde durch nichts aufgehalten werden. Die Lichtung der Forſten hat aber zur Folge gehabt, daß die Luft im Sommer, wegen des Sandes, der durch die Sonnenſtrahlen ſehr leicht erhißt wird, oft drückend heiß iſt.'Aus"dieſem Grunde ſind feuchte Jahre hier der Pflanzenvegetation zuträglicher, wie trockene. In Pommern iſt die Luft rauher und feuchter,:aber im Magdeburgiſchen und Halber- ſtädtiſchen heiterer und reiner.:
Schnelle Veränderungen“des Wetters ſind,"das Aufthauen des Froſtes:abgerechnet, nur Ausnahmen von der Regel, und auch dieſes iſt gewöhnlich vorher zu ſehen. Die einzelnen Mo- nate haben zwar keine beſtimmte Wit terung und Temperatur, in der Regel läßt ſich aber - doch folgendes von ihnen ſagen: Der November bringt das erſte Eis und den erſten Schnee, aber ſelten tritt der Winter vor der Mitte.des Dezembers anhaltend und mit- Ernſt ein. Froſt und Thauwetter wechſeln den Winter hindurch ab. Die größte Kälte pflegt im Januar und Februar zu herrſchen. Der März bringt ſchon einige heitere und angenehme Tage, die aber ſelten anhaltend ſind, ſondern mit Kälte und Regen abwechſeln. Der April iſt auch hier der ÜUnbeſtändige, abwechſelnd ungeſtüm, äber höchſt ſelten ohne Schnee und Hagel. Der Mai, in welchem der Landmann gern anhaltende Näſſe ſieht, iſt der ſchönſte Monat; die ganze Natur lebt wieder auf, und alle Gewächſe ſtehen im herrlichſten Triebe;-trockene Nachtfröſte richten aber zuweilen großen Schaden an. Der Junius iſt gewöhnlich heiter und trocken. Die ſtärkſte Hitze, die aber zum.öftern durc Gewitter abgekühlt wird, iſt im Julius und Auguſt, welcher lektere, zum Nachtheil der Ernte, zuweilen vegnicht wird. Der September iſt anfänglich heiter und trocken, in den leßten Tagen oft ſchon unangenehm, und zuweilen mit Rachtfröſten begleitet. Die erſte Hälfte des Oktobers bringt noch angenehme Tage, worauf aber ein feuchtes, faltes Wetter folgt, welches beſonders dem November eigen iſt. Daß hier zum öftern Ausnahmen von der Regel eintreten, bedarf keiner Erinnerung.
So verſchieden die Kälte im Winter iſt, ſo verſchieden iſt die Wärme und Hiße im Sommer. Die gewöhnlichſte Hie im Sommer iſt zwiſchen 10 und 20*, die gewöhnlichſte Kälte im Winter 4 bis 8*?, Zn ſehr kalten Wintern ſteigt. die Kälte auf 12 bis 18* unter


