Teil eines Werkes 
1 (1804) Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend / von F.W.A. Bratring
Entstehung
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-Kurmark, Viertes Kapitel: Natürliche Beſchaffenheit,

1. Oberflache

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1. In Abſicht auf Erhöhung, Flächen und Thäler.

Die Kurmark Brandenburg gehört, wie die ganze Mark überhaupt,-zu den ebenen Län- dern des nördlichen Deutſchlands. Eigentliche Berge ſind hier ſo wenig, wie an einander han- gende Bergketten vorhanden. Nur einige Bergrücken findet man, und zuweilen fortſtreichende Anhöhen, die man aber kaum zur Gattung der Waſſergebirge rechnen kann.;

Die bekannteſten Anhöhen, welche bei uns, in einem flachen Lande den Namen Berge erhalten haben, und gewiſſermaßen verdienen, weil das Auge auf ihnen, bei denen ſie umgeben- den Ebenen, einen weit größeren Horizont hat, wie auf manchen höheren Berggipfeln in Ge- birg8gegenden, find folgende: In. dem ſüdweſtlichen Theile der Altmark, zwiſchen Gardele- gen und dem Drömling, im Salzwedelſchen Kreiſe, die Zichtauiſchen Berge; im Tanger- mündeſchen Kreiſe, zwiſchen Lüderik und Leßlingen, die Landsberge und Keſſelberge, und faſt in der Mitte der Altmark, im Arendſeeiſchen Kreiſe, der iſolirt liegende Dolchauiſche Berg. In der Prigniß ſind die höchſten Anhöhen bei Havelberg, nordöſtlich von Lenzen, längs der Mecklenburgiſchen Gränze und der Scharfeberg, bei Wittſto>. Die Mit- telmark wird von verſchiedenen Anhöhen durchſtrichen. Die höchſten ſind der Müggelberg, bei dem Müggelſee, unweit Cöpenick, im Teltowiſchen Kreiſe; der Harlungerberg, Märien- oder Kapitelsberg bei Brandenburg, und die Berghöhen längs der Havel, welche die Gegen- den um Pots8dam zu den reizendſten in der Mark machen.*) Zwiſchen Friſac, Rhinow und Rathenow erheben ſich einige Anhöhen, die Stöllenſchen Berge genannt, deren höchſte Spitze- bei Rhinow nnter dem Namen des Fackelberges bekannt iſt. Auch von der nordöſtlichen Seite der Prignitz ſtreichen einige Anhöhen in die Grafſchaft Ruppin hinein. z. B. die Zühlen- ſchen Berge, diegWilkenberge und die Steinberge. Die höchſte Gegend der Mittelmark iſt unſtreitig bei Freienwalde, da dort ſich eine Reihe ziemlich hoher Berge zuſammenkettet, welche mit Holz bewachſen ſind, und ſchöne Thäler und Wieſengründe enthalten. Der S<hloß- berg und Marienberg, neben dem Alaunwerk, ſind die höchſten davon. Dieſe Berge erſtrek- fen ſich bis nach Neuſtadt- Eber8walde, wo die drei höchſten Gipfel derſelben der Ebersberg, Paſchenberg und der Drachenkopf heißen. In der Gegend von Strausberg und Bieſen- thal befinden ſich auch einige, minder hohe, fortſtreichende Anhöhen."Nicht unbedeutend ſind die

k; Kalk-

*) Die aber noh weit reizender ſeyn würden, wenn die"Berge aus einer konſiſtenteren Maſſe beſtänden.