- Spezieller Teil.
auf die verſeuchten Felder bringen, ſo muß man die Ausſaat mög- lichſt ſpät vornehmen. Sollen die Schläge mit Sommerung beſtellt werden, jo wird im Frühjahr wieder tief gepflügt und mit tief- greifender Egge überfahren. Jm Abſtand von je 2 Wochen wird dann das Land dreimal geſchält. Zeigen fich dabei noch viel Erd- raupen, jo muß man j<wer walzen und nochmals leicht eggen. Rüben, Kohlrüben, Möhren ſind zeitig zu beſtellen, damit die Pflanzen ſchon kräftig ſind, wenn die Erdraupen auftreten.
Die Drahtwürmer.
Das Abſterben junger Getreidepflanzen“iſt oft darauf zurück- zuführen, daß die jungen Pflanzen unter der Erdoberfläche ab- gefreſſen oder ſtark beſchädigt ſind. Beim Herausziehen aus dem Boden reißen die Pflanzen meiſt an der Fraßſtelle- ab, Die Schäd- linge jelbſt findet man meiſt nicht an der Fraßſtelle, da ſie von Pflanze zu Pflanze wandern. Unterſucht man aber den Boden, ſo ſieht man nach kurzer Zeit die bis zu 3 cm langen, gelblichen Larven der Saatſchnellkäfer(Agriotes-Arten), die vorn drei kurze Beinpaare befißen und wegen ihrer harten Körper Drahtwürmer genannt werden. Die Larven brauchen 2 bis 4 Jahre zu ihrer Entwicklung und freſſen während dieſer Zeit nicht nur an Getreidepflanzen, ſondern auch an Kartoffeln, Rüben und vielen wildwachſenden Pflanzen. In- die ausgelegten Saatkartoffeln und auch in die neu gebildeten Knollen bohren ſich die Drahtwürmer ein; man findet dann in den Knollen 2 bis 4 mm weite Fraßgänge. Ähnliche Fraßgänge zeigen fich auch an von Drahtwürmern vefallenen Rüben. Jüngere Rübenpflanzen werden ebenſo wie Rap38- und Kohlpflanzen von den Drahtwürmern am Wurzelhals angefreſſen, ſo daß ſie verwelken,- Anfang Juli verpuppen ſich die Larven in einer Erdzelle. Der Käfer iſt dann meiſt j<on im Auguſt fertig entwickelt, bleibt aber bi8 zum nächſten Jahr in ſeiner Zelle liegen.
Die Bekämpfung der Drahtwürmer iſt recht ſchwierig. Auf fleineren Zuchtbeeten kann man die Drahtwürmer wohl durch Aus8- legen von Kartofſelſtüken, die täglich nachgeſehen werden müſſen, ködern. Im landwirtſchaftlichen Betrieb iſt dies Verfahren natür-
Thb. 100.


