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Die Erdraupen. 183
puppen ſich in der Erde; bisweilen tritt auch ſchon im Herbſt die Verpuppung ein. Die Erdeulen ſind graubraun gefärbte Schmetter- linge. Die Winterjaateule(Agrotis Segetum) iſt etwa 2 cm lang; die Hinterflügel ſind beim Männchen weiß, beim Weibchen grau- braun wie die Vorderflügel.(Abb. 99.) Die Eier werden einzeln an Diſteln, Melde, Knöterich, Wucherblume oder andere Pflanzen gelegt. Nach 1--2 Wochen ſchlüpfen die Räupchen aus, die zunächſt oberirdiſch leben. In der zweiten Julihälſte ſind die Fraßbeſchädi- gungen beſonders ſtark und zwar freſſen die Raupen nicht nur an den unterirdiſchen Teilen, ſondern bei Nacht auch an den Blättern der verſchiedenſten Pflanzen. Im Herbſt richten die Erdraupen beſonders an den Winterſaaten Unbeil an. Iſt der Vorſommer(Mai und Juni) tro>ken, ſo treten die Erdraupen in ungeheueren Mengen auf und richten große Rübenſchläge völlig zugrunde. Zeigt ſich eine ſolche Kalami- tät, jo muß man ſofort durch Ziehen von Gräben die no< nicht befallenen Schläge ab- grenzen. An jedem Morgen müſſen die Raupen in den Gräben geſammelt werden; man kann ſie an Hühner oder Schweine verfüttern. In Sachſen hat man im Jahre 1917 in einer Nacht in einem Gräben von 600 m Länge 200000 Raupen gefangen! In die befallenen Schläge treibe man Enten, Hühner oder junge Schweine; ältere Schweine würden natür- lich Schaden anrichten. Während der Hauptflugzeit, alſo im Juni bis Mitte Juli ſtelle man Bottiche mit großer Oberfläche auf und gieße Melaſſe hinein. In der Melaſſe fangen ſich viele Eulen, die dann abgeſchöpft werden müſſen.
Im Herbſt werden die befallenen Schläge tief gepflügt und ſtark mit Kainit oder Kalf gedüngt. Rüben oder Kartoffeln dürfen auf ſolchen Schlägen nicht angebaut werden; will man Wintergetreide
Abb. 99. Die Winterſaateule, Agrotis s8egetum.


