ſich„aber gern neu und recht friſch) und modern gebehrden, zu ſeinem Aerger auf jedem Schritte zehnmal ſtolpern, ſo wie man vor einem Jahr= zehend, wohin. man trat, von dem Brauſen der Re- volutionswuth angefallen ward." Wie gemein und uc. väterländiſch dieſe Schreiber vollends über das Unglü> des Vaterlandes hinſchreiten und bankel- ſängern, was ſoll ich die alte teutſche Klaße er- neuen, die Schande, die kein anderes Volk mit uns theilt. Und dann der Ton von Uebermuth bei Nichtigkeit, von Entſcheidung bei Unwiſſenheit; das ganze leere Getüminel von kleinlicher Eitelkeit» und Sclbſtſucht;„die neue Zierlichkeit für. die alte Eine falt, das neue Vornehmthun für die alte Beſchei- denheit; die neue Schönſprecherei für die alte Wort=- kargheit= alles das, und ſeine vielen Händel und Streite um nichts, gehdren noc< mit zu unſern jüngſten Schimpfen. Und ſolche eitle, fuchsſchwän- zende, weibiſche, zierliche Aeffchen wollen uns den alten Großvaterro>, und mit ihm die großväter= liche Tüchtigkeit, Tapferkeit, Frömmigkeit wieder anziehen? Ach über dieſe Berge, die nach langem Rumpeln kaum ein lächerliches Maäuschen gebähren können!
Bei vielen indeſſen, die für das Alte ſprechen, waltet mehr ein verzeihlicher JIrrichum ob, als ein ſchlechter Wille. Sie vermiſchen den Menſchen und den Bürger mit einander, die ruhende Welt und ven wandelnden Staat. Der Menſch aller Zeiten muß ſich um ſo inniger an die Vergangenheit, an ſeine rechte Welt, hängen, je wilder der Strom der Gegenwart auf den Menſchen der beſchränkten Zeit, auf den Bürger treibt. Aber wer ſelbſt den Bür- . ger dahin zieht, der lähmt und vernichtet auch je- nes hohe Leben: denn er todtete das kleinere Bür- gerdäſeyn in der Atmoſphäre der Vergangenheit, deren Luft ihm zu fein iſt, oder vielmehr, die gar


