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Der Bauernstand politisch betrachtet : mit einer Beilage / Ernst Moritz Arndt
Entstehung
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bedeutet, oder bedeutete. Weil wir hier aber nur ſpreHen zunächſt in Beziehung anf das theure Vaterland, ſo iſt' es billig, daß wir das Entfernte liegen laſſen, und nur dieſes Vater- land ſelbſt ünd" diejenigen Länder betrachten, die entweder durch Verwandſchaft und Sitten, oder durch Lage und Klima die meiſte Be- rübrung oder Aehnlichfeit mit ihm zu haben ſcheinen.'

Wir betrachten zuerſt Deutſchland oder Germanien, alſo das Land der teutſchen Zunge, wozu dann die Schweiß und das Niederland mitgehdren. Wo auf dem Lande die meiſten freien Männer wohnten, da war von jeher die meiſte Thätigkeit, Betriebſamkeit, Volksſinn, Tapferkeit und Auflehnung gegen Hudelei und Tyrannei. Wo die Bauern aber meiſtens Knechte waren, und wenige große Herren auf Schlöſſern und Höfen von funfzig bis hun- dertfunfzig Hufen Landes ſaßen, da waren immer die wenigſten und ſchlechteſten Men- ſchen. Kein. kühner Volksſinn, kein Gemein- geiſt, fein gewaltiger Troß gegen UnterdrüFer Fonnte da auffommen. Dieſe Menſchen, die nie einen männlichen Zorn, nie eine ſtolze Liebe, nie einen eignen Willen gefühlt hatten, laſſen ſich gleich) ruhigen und geduldigen Schaa- fen verkaufen, vertauſchen, verſchenken, abtre- ten, gehen von einer Regierung zu andern, von einem Herrn zum andern über, ohne daß weiter etwas gehört" werde, als hochſtens eine