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Claude Louis Berthollet über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie / aus dem Französischen übersetzt mit Anmerkungen Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets Theorie von Ernst Gottfried Fischer, Professor der Mathematik und Physik an dem Berlinisch-Cöllnischen Gymnasium und Ehren-Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin
Entstehung
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der Abhandlung.

5 nicht hinreiche, blols zu untersuchen; welche Verwand- schaften stärker oder schwächer sind, sondern dafs man erst die Theorie aller Nebenkräfte, und der mäncherlei Umstände, durch welche ihre Wirkungen modificirt wer- den, aufstellen müsse, ehe, man nur mit völliger Sicher- ‚heit wird bestimmen können, wie viel bei irgend einer chemischen Erscheinung auf Rechnung der Verwand- schaftskräfte, oder auf Rechnung anderer Umstände zu setzen sey. Eine vollendete Theorie der chemischen Er- scheinungen aufzustellen, ist daher schwerlich das Werk eines einzigen Zeitalters; aber Berihollet har in der ge genwärtigen Schrift die Bahn dazu gebrochen.

3, Man darf nicht erwarten, dafs eine solche Arbeit in dem kurzen Zeitraum,seit welchem die Chemie regelmälsig, und wissent- . schaftlich bearbeitet worden, zu einem be- trächtlichen Grad von Vollkömmenheit habe gelangen können,

Unter allen, welche sich mit diesem Ge- genstand beschäftigt haben, hat sich unstrei- ug Bergman das meiste Verdienst erwör- ben. Seine Abhandlung über die: Wahlver- - wandschaft*) empfiehlt sich nicht nur durch richtige Blicke. über die Nätür der- chemi-

55) De attractionibus electiyis. In den Nov. act. Upsal. Vol. ll. p. 159.#. Desgl. in seinen Opusc. phys: et chem. Vol. II. p. 291 ff. F,