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Die Zeiten des Friedens und der Ruhe machen das Pferd oft zum Gegenſtand des Luxus, der Pracht und des Vergnügens, oder der gewerblichen Speku/ lation. Es iſt der Liebling der Jugend, der Reichen und Edeln; aber man ſchält im Frieden die Schön: heit höher als die Qualität; ein ſchöner Kopf, ein ſchöner Hals, ein ſchöner Schweif werden mehr ge; ſchäßt, als Kraft, Ausdauer, Gewandtheit, ange;
nehme und höhere Gangarten. Für die Parade ge
nügt Schönheit; die Dienſtfähigkeit wird erſt im Felde vollſtändig geprüft. Dort iſt dem Reiter ein bloß ſchönes Pferd nichts werth, aber das durchaus brauch: bare iſt ihm ein Kleinod, ein Freund, dem er ſeine Sicherheit, ſein Leben, ſeine Bequemlichkeit und Ge: ſundheit anvertraut; daher wird das brauchbare Pferd erſt nach ſeinem wahren Werthe im Kriege geſchätt. Aber was im Kriege nußt, muß im Frieden vorbe reitet werden, alſo bedarf die Aufzucht brauchbarer


