-- 26
Auf die Frage: ob die ſtarke Sonnen- hiße einen bleibenden nachtheiligen Einfluß auf die Wolle habe? erwiederte Herr Köhler, daß die Wollen von 4819, wo die ſo große Hiße ge- herrſcht habe, im allgemeinen härter geweſen ſeyen, als gewöhnlich, Er hätte damals in der Nieder- Lauſikß mehrere Wollen gekauft, und in einigen Schäfereien 2 Schuren, worunter die im I. 1819 gewachſene geweſen ſey, vorräthig gefunden, Zwi- ſchen dieſen Schuren ſey ein ſo großer Unter- ſchied geweſen, daß die leßtere 46 p, C. weni- ger in die höheren Sortimente geliefert hätte, als die andere. Die Güte. jener Schäfereien ſey übrigens Jedem bekannt, und man wiſſe, daß im Jahre 1819 weder vorzügliches Vieh daraus ver- Fauft, noch ſchlechtes hineingebracht worden ſey. Auch Herr Thaer hatte in jenem Jahre die härteren ſtarreren Spißen faſt allgemein bemerkt, verſicherte aber, daß ſie ſich den Winter. hin-
durch, beſonders gegen das Frühjahr, wieder ver-
loren hätten, ſo daß man nach der Wäſche faſt nichts mehr davon bemerkt habe. Herr von Brüne> meinte, daß die Hilze beſonders nach- theilig auf die Wolle der früh geſchorenen Läm- mer wirke; wogegen Herr Thaer die völlige Gleichheit ſeiner, Theils im Mai, Theils im Au- guſt geſchorenen Lämmer anführte.
Ueber die Sommerſtallfütterung be- merkte Herr von Raumer, daß ſich bei der- ſelben kein eigentlicher Stapel im Vließe zeige, und daß er dies als Wirkung des Schußes vor Regen 2c, betrachte, Auch Herr Lüder, wel- <her die Stallfütterung im Großen betreibt, fand einen bedeutenden Unterſchied in der Stapelbil- dung der weidenden und auf dem Stall gefütter- ten Schaafe, Dabei erwähnte er zugleich des großen Vortheils, den die Sommerſtallfütterung
---
mit ſich bringe, indem die Wolle Feine fehlerhaften Spißzen bekäme und deshalb weit- beſſer bezahlt würde, Herr Grove ſtimmte dieſer Meinung ganz bei, da ſie ſeiner eignen bei der Stallfütte- rung gemachten Erfahrung vollfommen entſpräche. Herr von Raumer wollte auch nod) bemerkt haben, daß ſich das Zwirnen bei der Stallfütte- rung weniger ſtark zeige.
Auf die Frage? bis zu welchem Alter der Thiere die Wolle ſich verändere? äußerte Herr Lüder, daß er es bis zum Abzahnen bemerkt habe. Herr von Brüne&F, ſo wie auch, Herr Thaer, waren aber der Meinung, daß weſent= liche Veränderungen nur bis zum dritten Jahre ſtatt fänden, und daß es dabei ziemlich auffal- lend ſey, daß ſich die Zibben jährlich verbeſſer- ten, die Böke aber zurückſchlügen,
Der Präſident erklärte nun die Verhand- lungen für geſchloſſen, und warf die Frage auf: ob die verehrliche Verſammlung eine Fortſeßung ihrer Kunſtverbindung wünſche, und zu dem Be- hufe ſpäterhin wieder einmal zuſammentreten wolle? Gleichzeitig ſprachen faſt Alle den Wunſch aus, in Verbindung zu bleiben und ſehr Viele baten, ſchon im nächſten Jahre eine zweite Zu- ſammenkunft ſtatt finden zu laſſen. Der Prä- ſident äußerte aber dagegen, daß ein Jahr zu kurz ſey, um darin ſolche gründliche Erfahrunz- gen zu machen, deren Mittheilung einen Zuſamz mentritt belohnen würde; er glaube, daß drei oder mindeſtens zwei Jahre abgewartet werden müßten; die dann erfolgende Wiederverſammlung würde reichen Stoff zu intereſſanten Verhandlun- gen geben, indem faſt alle Mitglieder, mit Hülfe
der jekt erlangten gründlichen Kenntniß, größere
or


