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Auszug aus den Protokollen des Leipziger Woll-Convent's im Jahre 1823 :
(gedrucktes Manuskript für die Herren Mitglieder und Theilnehmer desselben)
Entstehung
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VII
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dern Zwee oder Fabrikate, vorzüglich brauchbar. Es werde kräftigere und ſanftere geſchmeidige Wolle zum Krempeln und zum Kämmen ge wünſcht. Er habe daher die in mannigfaltigen Gradationen, ſich einer oder der andern Cigen- ſchaft annähernden und ſämmtlich aus dem Me- rinos-Geſchleht abſtammenden Schaafe, in vier Hauptklaſſen zu ordnen vorgeſchlagen; nämlich in kraftwollige und ſanftwollige, und

jede derſelben in gedrängtwollige und ge-

dehntfwollige wieder unterſchieden. Man müſſe aber nicht, wie einige es mißverſtanden hätten, dieſe Abtheilnng als etwas feſtbegränztes und geſchloſſenes anſehen, und nicht bey jedem vorfommenden Thiere oder Stamme ganz ka- rakteriſtiſche Merkmale, wohin es gehöre, zu fin- den glauben, Dies könne nur bei beſtimmten Naturformen, bei dem, was die Naturforſcher Genera und Species nennfen, ſtatt finden, nicht aber bei Abweichungen von dem urſprünglichen Na- tur-Typus, Wenn es auch bei einzelnen Thie-

ren ganz entſchieden und in die Augen ſprin-

gend ſey, zu welcher Abtheilung ſie gehörten, ſo ſtänden doch andere ſo in der Mitte, daß dieſes ſich gar nicht entſcheiden ließe, und dieſer Mit- telſtand ſey auch manchmal gerade das Wün- ſchenswerthe und wobei man zu beharren ſuchen müſſe.

Man fände, daß ſic) mit der, zu einem oder dem andern Extrem oder Pol ſtärker hinneigen- den Wolle, auh andre Verſchiedenheiten des Körpers und Organismus vereinigten, oder vielz mehr, daß jene aus dieſen hervorgingen, Die kraftwolligeren Thiere hätten in der Regel eine kräftigere Conſtitution, breiteren Körperbau, ſtär- kere Knochen, mehrere Bewachſenheit der äußern Theile, Neigung wulſtige Hautfalten zu bilden, einen klebrigen Fettſchweiß und ein ſchweres Vließ, welches theils von dieſer ſtärkeren Bewachſen-

heit, theils von der grdßern ſpecifiſchen Schwere dieſer Wolle abhänge, wozu dann freilich noch der durch die Wäſche ſchwer herauszubringende Fettſchweiß komme, Dagegen hätten die im- hern Grade ſanftwolligen eine ſchwächere Conſti- tution und Körperbau, ſeyen ſchmäler gebaut, hätten beſonders einen ſpißen Kopf, und über- haupt dünnere" Knochen, geringeres Gewicht des Vließes und einen ſanften dligen Fettſchweiß, Auch ſcheine einige Verſchiedenheit des Körper- baues ſich mit der gedrängten uud gedehnten Wolle zu vereinigen; leßtere hätten häufig auch einen mehr in die Länge gedehnfen Wuchs und beſonders hohe Beine,

Damit ſich die Sc<haafzüchter untereinan? der mehr verſtehen möchten, ohne weitläuftige Umſchreibungen zu machen, habe er vorgeſchla- gen, den Raßen, die ſich zu einer jener hervor? ſtehenden Eigenſchaften entſchieden hinneigten, beſondere Namen zu geben, nnd zwar iene kraft= wollige Merinos, Negretti's, die ſanftwolli- gen aber Escurials zu nennen. Für eine be- ſondere Gattung von Merinos, die ſich in der Schlichtheit ihrer Wolle andern Schaafarten faſt annäherten, aber doh entſchieden von jenem Stam- me wären, und auch hinſichtlich der Feinheit und Geſchmeidigkeit des Haars, von keinem an- dern befannten abſtammen konnten, hätte er den Namen Moncey, gewählt weil ſich Thiere dieſer Gattung am weiſten in der, von dieſen Marſchall aus Spanien geholten Heerde, befunden hätten. Zu den Namen Negretti wäre er dadurch ver» anlaßt, daß die aus dieſer ſpaniſchen Herde neu- erlich in Frankreim, England und Deutſchland eingeführten Thiere, jene Eigenſchaften vorzüglich an ſich getragen hätten; zu dem Namen Es8- curial aber, weil die erſte ſächſiſche Heerde aus dieſer Schäferey hauptſä<hlic genommen wor- den. Es habe ſich aber das Bedenken ergeben,

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