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aus den Protocollen des
Leipziger Woll-Convent's
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Leipzig im Saale des Hötel de Prusse den 9, Mai 1823,
N aben vom Morgen früh an, die von den Mitgliedern und andern Theilnehmern des Con- vent's eingeſandten Vließe, Proben und andere auf die Verhandlungen Bezug habende Sachen, von dem Sekretair aufgenommen, mit fortlau- fenden Nummern bezeichnet und geordnet waren, verſammelten ſic) um 44 Uhr die Mitglieder und eingeladenen Herren, denen Einlaßkarten zu- geſtellt waren.
Um 12 Uhr erſuchte der Sekretair einige der Mitglieder, ſich der Eröffnung der zur Wahl der Präſidenten eingeworfenen Zettel, zu unter- ziehen und es ergab ſich, daß der Königl. Preuß. Staatsrath Herr Thaer einſtimmig zum Prä- ſidenten, der Königl. Söächſ, Geheime Regie- rungsrath und Lande8hauptmann, Herr Graf von Hohenthal auf Glauſc<hüß zum Vice- präſidenten durch die Majorität erwählt ſey.
Erſterer eröffnete nun die Verhandlungen mit einer Dankſagung für die ihm erwieſene Ehre, welche er in der Hinſicht annehmen zu müſſen glaube, da kein anderer von den vorbereitenden ſchriftlichen Verhandlungen wegen Kürze der Zeit ſich genugſam unterrichten kdnne,
Er wandte ſich dann beſonders an die Her- ren Wollhändler, Fabrikanten und Sachverſtän-
digen, und überzeugte ſie, daß die Tendenz dieſer Verſammlung keinesweges auf Privat= Intreſſe der Woll-Producenten hinausgehe, und daß hier vom eigentlichen mercantiliſchen und von poſiti- ven Preiſen nicht die Rede ſein könne; ſondern daß nur das Beſtreben möglichſt preiswürdige Waare zu liefern, und darüber auch von denen belehrt zu werden, deren Ausſpruch über die beſ- ſern und ſchlechtern Qualitäten dom am Ende nur entſcheiden könne, dieſen Convent allein ver- anlaßt habe.:
"Es ſey jedoch die verſchiedene Anſicht, wel- <he der Producent vor dem Conſumenten neh- men müße, nicht außer A<ht zu laſſen, indem leßterer allein auf den Werth eines gegebenen Gewichts von Wolle RüFſicht nehme, erſterer aber zugleich die Größe des Gewichts, welches ihm eine Heerde liefere, bei der Schäßung der- ſelben in Betracht ziehen müſſe, Auch betrach- teten und beurtheilten die Käufer die Wolle nur in derjenigen Geſtalt, worin ſie ihnen gewaſchen und geſchoren vorgelegt werde, wogegen der Pro- ducent ſie ſhon im lebenden Zuſtande auf" dem Körper des Thiers erkennen, und Behufs der Zucht ſchon beurtheilen und aus verſchiedenen Merkmalen während ihres Wuchſes vorausſehen 1%
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