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An meine Mitbürger über das Edikt welches im Königlich-Preußischen Staat die künftigen Verhältnisse zwischen den Gutsherren und Bauern feststellet / von einem Preußischen Patrioten
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FS DY 587

Edikt selbst angedeutet. Sie ergeben sich. auch von selbst aus dem, was darüber schon oben gesagt ist. Hier sei es also genug, einige zu rekapituliren,

a) der größte Theil des Adels wird bei seinen Besißungen erhaiten, welche ex sonst verlohren haben würde; seinen Gläubigern werden

b) ihre Forderungen größtentheils gerettet;:

c) mehr als 250,000 Familien erhalten freies Eigenthum, mit demselben ihre Gläubiger Sicherheit, welche sie vorher nicht hatten, und mit ihnen der Staat mehr Sicherheit und Krafft.

Es sind die Mittel angewiesen, daß|

d) die Zahl dieser Eigenthümer noch vermehrt werden kannz

e) die natürliche Folge wird Wohlhabenheit und mit ihr Zunahme der Bevöl- ferung, sowohl in sich selbst, als durc; Einwanderung von außen seyn. Die Armuth wird vermindert werden.;

f) Verbesserung der Moralität, des physischen Zustandes, Grundverbesserung des Bodens, Vermehrung der Intelligenz, und im Gefolge von allem diesem= Veredlung des Menschen überhaupt.=- Alles dies wird von Folgen seyn, welche sich jekt noch nicht berechnen lassen.

26.

Unser Monarch hat uns, um kurz zu seyn, statt der vorherigen langen aber schmalen Leiter mit weiten Sprossen, welche sich ohne Sprung, mithin nicht ohne Gefahr, nicht besteigen ließ, eine sehr lange und sehr breite Leiter ge- macht, welche sehr fest stehet. Hunderttausende können bequem zu gleicher Zeit auf selbiger und nebeneinander herauf und herabsteigen, ohne daß einer dem an- dern hinderlich ist, ohne daß er befürchten darf, den andern zu stoßen, zu fallen und viele zu beschädigen. Unmerklich kann dies Herauf- und Herabsteigen geschehen. Der Edelmann, dem Unglücksfälle, zahlreiche Familie oder andere Umstände nicht gestatten, eine sehr große Besißung zu erhalten, hat tausend Ge-. legenheiten, und in jeder Gegend, zu einer kleineren. Gleiche Bewandniß hat es mit den Pächtern. Der Bauer, dem sein Hof zu klein ist, kauft sich einen größeren, wer sich bei den größeren nicht erhalten Fann, sucht einen Fleineren. Der Tagelöhner wird Bauer, dieser Tagelöhner. Das Gesinde wird sich bemü- hen, Geschicklichkeit und Vermögen zu erwerben, um auch zu einem Eigenthum zu gelangen, wozu ihm bisher die Aussicht gänzlich fehlte. Der Fleißige, der Geschicte, der Reiche, kann seine Talente, sein Geld anwenden, wenn, wo und wie er will. Keine Familie kann so gänzlich zu Grunde gerichtet werden, daß sie dem Staate oder den Gemeinden zur Last fällt.

75.2 IV. Was